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Rückblick 2010 Vol 9

September 2010: Der Stadtteil feiert, erinnert sich und protestiert

Jugendforum_BMX
Die BMXer von Berlin Rides, hier beim Jugendforum im STEIG, hatten ihren Wettbewerb beim Contest am 25.9. am Bullengraben

„Staaken gestern und heute“, Förderung von… und geförderte Talenten sowie Förderung in Gefahr, damit könnte man den Herbstbeginn im Stadtteil kurz zusammenfassen.
Der Geschichtstreff von staaken.info und der Stadtteilzeitung Treffpunkt bringt wieder zahlreiche Anwohner/innen in die Stadtteilbibliothek um sich dort gemeinsam an den Ortsteil Amalienhof mit Lazarussiedlung, Nissenhütten und Behelfsbauten der Nachkriegszeit zu erinnern. Und wieder sorgen Nachbarn dafür, dass der Schatz an Bildern und Erinnerungen zur Stadtteilgeschichte größer wird.
Ein Meilenstein in der Vorbereitung der Ausstellung „Staaken gestern und heute“, die am Wochenendes der Stadtteilzentren beim Fest im Gemischtes am 12. 9. eröffnet wird, und den Bildern von früher entsprechende Motive von heute gegenüberstellt.
Aber „Unser Stadtteil feiert“ bietet weit mehr als nur diese Ausstellung: Schon am 11. 9. ziehen Teams jeden Alters, die in Einrichtungen und Projekten des Stadtteils sich zusammengefunden haben, mit Kind, Kegel und Rollstuhl quer durchs Quartier um an verschiedenen Stationen knifflige, sportive oder lustige Aufgaben zu bewältigen. Da alle Mann- und Frauschaften die Rallye mit Bravour meistern können dient am folgenden Tag beim Stadtteilfest das originellste Gruppenfoto von der Aufgabe sich bei der Kleiderkammer der Kirchenboutique zu verkleiden dafür, die Sieger zu ermitteln. Beim Fest am Sonntag: Hunderte Besucher/innen sind vor allem begeistert von den Künsten, die Solisten und Gruppen aus Kitas, Schulen, Vereinen und Familien-/Jugendzentren in ganz verschiedenen Genres  von Trommeln, Tanz, Theater und vieles mehr auf der Bühne im Gemischtes zum Besten geben. Eine beeindruckende Revue der Talente in unserem Stadtteil.

Manche dieser meist jungen Gruppen oder deren Einrichtungen sind oder wurden mal, quasi als Anschub, gefördert über das Quartiersmanagement und somit aus den Töpfen der EU und der Städtebauförderung des Bundes, die im Rahmen von Zukunftsinitiative Stadtteil aus dem Teilprogramm Soziale Stadt sowohl bauliche Maßnahmen als auch sozial- kulturelle Initiativen und Maßnahmen unterstützt, die geeignet sind einem Defizit in sozial benachteiligten Gebieten entgegenzuwirken. Im September beginnt die heiße Phase des Protestes gegen die Pläne der Bundesregierung die Städtebauförderung zu Lasten von „Soziale Stadt“ drastisch zu kürzen und auch der Quartiersrat unseres Stadtteils beschließt eine Protestnote.

Wie um zu belegen, wie wichtig „Soziale Stadt“ für sog. Brennpunktgebiete ist, bringt die Abendschau von rbb einen Beitrag u.a.  über die Bolzplatzliga als Erfolgsgeschichten von Quartiersmanagementprojekten (Falkenhagener Feld und Heerstraße), die nun über „Aktionsraum plus“ gebietsübergreifend finanziert werden.

Ungeachtet der Angriffe auf  „Soziale Stadt“ beschließt die QF1-Jury, wie die Aktionsfondsjury der Anwohner/innen inzwischen offiziell heißt neue Projekte, die vor allem eine Unterstützung von Begabungen im Quartier zum Ziel hat, und die, wie z.B. das Projekt „Schule zeigt Farbe“ noch im Verlauf von 2010 ihre Ergebnisse präsentieren. Am 25.9. startet der Workshop in Vorbereitung des auch aus „Soziale Stadt“ finanzierten Talentwettbewerbs. Der geplante mehrstufige Contest mit begleitenden Workshops ist anscheinend auch mit den Zugangsvoraussetzungen den Jugendlichen zu aufwändig und wird daher Ende des Jahres durch kleinere, einfachere Aktionen wie die Talentbühne oder Poetry Slam ersetzt.

Eine weitere geballte Ladung junger Talente aus dem Stadtteil wird beim Jugendforum im STEIG am 17.9. präsentiert. Von BMXer über KiK-Tanzgruppe, Rockbands, Rappern oder Video-Filmemacher(innen) stellen sich Gruppen aus dem Stadtteil dem zahlreichen Publikum vor und animieren die jungen Leute ihre Ideen und Vorschläge für neue, weitere Workshops und Projekte im Kiez zu formulieren.

Aber nicht nur jungen Leuten wird was im und aus dem Stadtteil geboten. Im Rahmen von „Staaken liest“ unterhält die langjährige Treffpunkt-Redakteurin Ingeborg Steinborn am 20.9.  die Gäste im FiZ. Und der Fördererverein startet im September eine Reihe „wer rastet der rostet“ mit Gedächtnistraining, das auch so manchen jüngeren grauen Zellen gut tun würde.

Wie erfolgreich „Soziale Stadt“-Gelder im Quartier eingesetzt werden können demonstriert Monat für Monat immer am letzten Donnerstag die „Kulinarische Weltreise“, die einst aus dem QM-Verfahren angeschoben wurde und inzwischen vor allem Dank der fleißigen und kochkünstlerischen Begabungen der Ehrenamtlichen auf eigenen Füßen steht und eine große Rolle im nachbarschaftlichen Miteinander im Quartier spielt. Im September entführt die „Kulinarische“ für nur 4 Euro zum Essen nach Mexiko.

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