Nach Treffen von Senat und Gewobag:

10-Punkte-Plan für den Heerstraßen-Kiez

Erinnern wir uns: Wenige Tage nach dem Großeinsatz der Feuerwehr beim Brand im 18-stöckigen Hochhaus an der Obstallee gab es an dieser Stelle den Aufruf zur Mieter-Protestversammlung im Dezember auf der Wiese. Ein Kommentar zu dem Artikel meinte: Was sollen solche Aktionen und was sollen die “Runden Tische” überhaupt bewirken? Jetzt haben wir die Antwort! Die unermüdlichen Protestaktionen, die Kritikpunkte und Forderungen der Mieter:innen ob auf Versammlungen, am “Runden Tisch” oder sonst in der Öffentlichkeit formuliert und in Medien zitiert, haben nun ein großes Versprechen als Ergebnis:
Den Zehn-Punkte-Plan für mehr Sicherheit, Sauberkeit und Service!

Bei einem gemeinsamen Treffen von Innensenatorin Iris Spranger, Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel und der Gewobag-Vorsitzenden Snezana Michaelis wurden die Punkte vereinbart, mit denen die kommunale Wohnungsgesellschaft positiv eingeht, auf die meisten bislang genannten Forderungen, für mehr Sicherheit, Sauberkeit und Service für ihre Alt- und Neubestände in der Großwohnsiedlung an Heerstraße und Magistratsweg. 

Das vereinbarte Maßnahmenpaket von Gewobag, Senatsinnenverwaltung und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

Gewobag-Service, Hausmeisterdienst, Instandhaltung, Sauberkeit:

  • personelle Verstärkung, bessere Erreichbarkeit von Serviceinheiten + Hausmeister
  • Erneuerung der schlimmsten Müllplätze
  • Entfernen der Schrottautos
  • Sperrmüll-Entsorgung mit der BSR und Sonderreinigung der Außenanlagen
  • Briefkästen, Klingelanlagen und kaputte Lampen erneuern –  neue Lampen für “dunkle Ecken”

Sicherheit und Kontrolle im Wohngebiet:

  • Videoüberwachung, abgestimmt mit Polizei und Landeskriminalamt
  • mehr Polizeipräsenz, verdeckt und in Uniform
  • vorübergehender Wachdienst zur Unterstützung in der Nacht („Kontrolle von Kellern, Türen, Zugängen“)

Wohnumfeld und Jugendarbeit:

  • Spielplatz-Reinigung erhöhen, kaputte Teile ersetzen
  • mehr Jugendsozialarbeit, um gelangweilte Kids von der Straße zu holen

 

Übrigens: Gegenüber dem Tagesspiegel-Newsletter hat gestern der Berliner Landes- und Spandauer Kreis-Vorsitzende der SPD Raed Saleh sowohl die o.g. Punkte benannt, aber auch die Aufforderung formuliert:
 „Es ist Zeit für einen Neuanfang, bei dem alle mitmachen sollten, auch die Stadtteilarbeit vor Ort.

Okay. Ein Neuanfang klingt gut. Aber bedenken Sie bitte:
Die “Stadtteilarbeit vor Ort” ist finanziell und personell so ausgestattet, wie es die Senats- und Bezirksverwaltungen zulassen bzw. möglich machen. In diesem Jahr, mit der immer noch laufenden Haushaltssperre sind wohl noch bis Juli nicht einmal Mittel für winzig kleine zusätzliche Aktionen für Jung und Alt möglich – geschweige denn für einen “Neuanfang”.

zum Nachlesen: (kleine Auswahl der jüngsten staaken.info-Beiträge zum Thema)
Nachts im Kiez Sicherheitsdienst läuft  (oder auch nicht!?) v. 28. März 2022
Videoüberwachung vs. Brandstiftung v. 21. März 2022
75 Brandeinsätze in 11 Monaten v. 11. März 2022
Pfiffe, Buhrufe und Klageforderungen v. 22. Dezember 2021
Im Fokus: Die Brandserie im Kiez v. 16. Dezember 2021
Feuerwehr-Großeinsatz an der Obstallee v. 10. Dezember 2021

6 Antworten zu “10-Punkte-Plan für den Heerstraßen-Kiez”

  1. Im März 2022 wurde ein 10-Punkte-Plan von Senat und Gewobag verabredet, der u. a. auch das Thema Sperrmüllbeseitigung beinhaltet.
    Sieht man sich den Parkraum auf der Rückseite des Parkhauses Blasewitzer Ring 21 an, bekommt man Zweifel, ob dieser Plan im September 2023 noch seine Gültigkeit hat.

  2. Wie es den Anschein hat, geht das Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem vorübergehend eingesetzten Wachdienst und den hausinternen Sperrmüllablegern weiter; wie man hier in der Spalte AKTUELLES an einer anderen Stelle bereits lesen kann: Ist der Wachdienst weg, geht die Vermüllung weiter – wie bisher.
    Die Gewobag will – so liest man – außerhalb der Gebäude Videocameras installieren lassen; was soll das bringen? Aus meiner Sicht ist die Gefahr für Leib und Leben hausintern am größten und muss dort in den Griff bekommen werden. Wenn die Datenschützer das nicht einsehen können, hatten sie anscheinend bisher das Glück, noch nie in Lebensgefahr zu schweben!
    Der Müll wird in den Häusern in der Kellervorräumen, Sicherheitstreppoenräumen und Kellergängen abgelegt und wie erlebt, auch dort angesteckt – und das ist Leben bedrohend!!!

    Weshalb werden die gefährdeten Räume einer Wohnanlage nicht als öffentliche Flächen, ähnlich wie in den Geschäften, Kaufhäusern und Verkehranlagen datenschutzmäßig eingestuft und erfasst?

  3. Weil’s gerade so beliebt ist: Auch ich krieg ‘nen Hals … angesichts selbstgefälliger Kommentare. Wie Herr Eupen schon richtig formuliert hat, ist es besser zu schweigen bzw. nichts zu schreiben statt Unpassendes von sich zu geben – über das man auch nicht richtig nachgedacht hat.
    Es ist nun mal Tatsache, dass Raed Saleh sehr viel dazu beigetragen hat, dass die kleine Runde der “Entscheider:innen” zusammengekommen ist und am Ende auch einen überprüfbaren Maßnahmenplan beschlossen haben, der eindeutig auch die Interessen der Mieterschaft berücksichtigt.
    Dabei spielt keine Rolle ob Herr Saleh schon dutzende Male erzählt hat, dass er in der Großsiedlung aufgewachsen ist oder dass er vor über zwei Jahren prognostiziert hat, dass es mit der Gewobag besser werden würde. Erst Recht nicht die persönlichen Befindlichkeiten ob die eigene Meinung beklatscht oder ausgebuht wurde.
    Wenn – wie im Kommentar von Frau Brune zu lesen – Herr Eupen im Dezember persönlich ein Schreiben mit der Bitte um Unterstützung in der Situation der Brandserie zu Raed Saleh ins Abgeordnetenhaus gebracht hat, dann ist doch der 10 Punkte-Plan im März ja durchaus eine – sogar sehr gute und nützliche – Antwort darauf.

  4. Ich schließe mich den Worten von Herrn Wanke an: “Ick krieg ´nen Hals” und gebe ihm in fast allen Dingen Recht.
    Herr Eupen, haben Sie vergessen, was Herr Saleh und Herr Machulik den anwesenden Bewohnern am 07.11.2019 im Gemeinwesenzentrum (Verkauf von ADO an Gewobag) alles versprochen hatte? Denn dort hatten sich beide Herren gleich zu Beginn über den Müll und Schmutz echauffiert und das als Aufhänger genommen, um recht negativ über die privaten Vermieter, ganz speziell ADO, zu sprechen. Und für die Zukunft mit der Gewobag würden nun „Goldene Zeiten“ für die „neuen“ Gewobag-Mieter kommen. Auf meine Hinweise, dass nicht die privaten Vermieter die Verschmutzung verursachen, sondern es einige Mieter wären, wurde ich damals von den (wie üblich) reichlich „mit angereisten SPD-Genossen“ laut unterbrochen und ausgebuht.
    Wann wurde was von Herrn Saleh danach zu den riesigen Problemen der Mieter mit der Gewobag „geliefert“? Herr Eupen, Sie sind in diesem Jahr extra ins Abgeordnetenhaus gefahren, um Herrn Saleh persönlich zu bitten.
    Es wurden auch im Dezember 2021 entsprechende Schreiben zur Hilfe und Unterstützung an die Regierende Bürgermeisterin, Frau Giffey, an die Senatorin für Inneres, Frau Sprenger und an den Senator für Bauen-Wohnen, Herrn Geisel, gesandt. Doch leider bis heute ohne Antworten.
    Wir, die gemeinsam arbeitenden Mietergruppen (Ado)Gewobag-Mietergruppe, Gewobag-Mieterbeirat und Mieter-Interessenvertretung für ADLER/Westgrund-Mieter haben die Vermieter zu gemeinsamen Gesprächen „Runder Tisch – Wohnen in der Großwohnsiedlung Heerstraße Nord“ eingeladen, um seriös miteinander Lösungen zu finden, zu ermöglichen. Diese Gesprächsrunde wurde von uns auch erweitert, um die entsprechenden Fachbereiche von Senat, Bezirksamt, Polizei und Feuerwehr. Es gab dazu auch schon erste Gespräche: Jobcenter – ADLER (Gewobag): Thema Kiezläufer und Bezirksstadtrat Machulik – ADLER, Gewobag: Thema Einsatz Ordnungsamt auf Privatflächen.
    Wegen der unheimlichen Brandstiftungen bei ADLER, Gewobag und auch Ypsilon lud die Bürgermeisterin, Frau Dr. Brückner, Ende Januar 2022 zu einer Gesprächsrunde ein. Daran nahm u.a. auch die Staatssekretärin Frau Radziwill teil. Dort trugen Frau Imani Zabet (QM) und ich (QR-Sprecherin, Mieter-Interessenvertreterin, Initiatorin/Organisatorin „Runder Tisch“) eine von uns beiden erarbeitete Präsentation vor, ein Briefing für alle Anwesenden. In dieser elitären Runde habe ich eine Einladung an die Bürgermeisterin, Frau Dr. Brückner, ebenso an die Staatssekretärin, Frau Radziwill, ausgesprochen, um Ihnen einen persönlichen Eindruck vor Ort zu ermöglichen. Dies und auch die regelmäßige, zukünftige Teilnahme „Runder Tisch – Wohnen in der Großwohnsiedlung Heerstraße Nord“ wurden mir zugesagt. Der “4.” fand am 17.03.2022 statt, an der u.a. auch die Bürgermeisterin aufmerksam und engagiert teilnahm. Entsprechende Maßnahmen/Lösungsansätze wurden zur Überarbeitung bzw. Absprache von den Beteiligten mitgenommen.
    Doch durch die weiteren, extremen Brandstiftungen in den Gewobag-Häusern mussten dort nun zwingend nötige Maßnahmen erfolgen! Nicht wegen u.a. „Vater des Erfolges“! Was soll diese Aussage?
    Die Bürgermeisterin, Frau Dr. Brückner, und die Staatssekretärin, Frau Radziwill, haben von sich aus Interesse und Unterstützung an die Bewohner gegeben, auch zukünftig ohne Blitzlichtgewitter.
    Um Lösungen, Maßnahmen zu erhalten werden sachliche Gespräche mit entsprechenden Fachbereichen und Entscheidungsträgern benötigt und das Wichtigste: Wer was bezahlen muss und kann! Kein Hofieren, kein Parteigerangel. Wir Bewohner wissen selbst, wer sich wann, wo und wie einbringt. Anscheinend ist es noch nicht überall vorgedrungen, hier gibt es sehr viele Mieter, die sich schon sehr lange freiwillig, mit sehr viel Zeit, ohne Bezahlung, für einen positiven “Neuanfang” einsetzen.
    .

  5. Antwort an Herrn Wanke:

    Sehr geehrter Herr Wanke,

    es gibt Momente, da sollte man einfach mal inne halten, tief durchatmen und sich freuen. Gerade ist für mich so ein Augenblick:

    Dank unermüdlicher Bemühungen des QM und seiner handelnden Personen sowie zahlreicher vor Ort tätiger engagierter Akteure, insbesondere sind hier stellvertretend Petra und Sven Winter, Christopher Ortmann, Tom Liebelt, Petra Brangsch und mit seiner journalistischen Begleitung Thomas Streicher zu nennen, wobei vorgenannte Aufzählung nur exemplarisch und keineswegs abschließend ist, ist es zu einem tollen und beachtlichen Erfolg gekommen, den kaum einer im Herbst 2021 für möglich gehalten hätte.

    Und ja, dieser Erfolg ist unter anderem Raed Saleh zu verdanken, der vollkommen zu Recht als Vater des Erfolgs bezeichnet werden darf, und das ohne „ “. Er hat sich gegenüber der Senatorin für Inneres, Digitalisierung und Sport Iris Spranger, dem Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Andreas Geisel sowie dem Vorstand der Gewobag dafür eingesetzt, dass Lösungswege erarbeitet und vereinbart worden sind und dafür sage ich persönlich: Danke, Herr Saleh!

    Auch denke ich, dass Herr Saleh vorliegend eindrucksvoll gezeigt hat, dass er über profunde Vorortkenntnisse verfügt, weiß, wo im Kiez der Schuh drückt und er mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn er gebraucht wird.

    Und so schließe ich mit dem Sprichwort: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold oder mit meinen Worten: Manchmal ist es besser zu schweigen, statt Unpassendes oder Überflüssiges zu sagen.

    … So und ab morgen mit vollem und vereinten Einsatz für alle Mieterinnen und Mieter im Quartier. Denn mit einem haben Sie, sehr geehrter Herr Wanke, vollkommen Recht:

    Die anderen im Kiez vertretenen Wohnungsbaugesellschaften sollten das 10-Punkte-Paper übernehmen und ebenfalls umgehend umsetzen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marcel Eupen

  6. Ein guter (vorläufiger) Erfolg für alle die intensiv daran geabeitet haben, den Bewohnern/Bewohnerinnen im Quartier Heerstraße mehr Sicherheit zu geben.
    Jetzt ist es aber auch Zeit, dass die anderen Wohnungsgesellchaften, das 10-Punkte-Papier übernehmen und umsetzen. Insofern ist es bezeichnend, das der “Vater des Erfolges”, Raed Saleh, das in seinem Statement vergessen hat.
    Völlig im Ernst:
    Der Berliner und Spandauer sagt:Ick krieg ‘nen Hals.
    Ich kannn es nicht mehr hören und schon gar nicht lesen, das Raed Saleh ja auch mal im Quartier gewohnt hat. Und auch, dass er den Rückkauf der Wohnungen als seinen Erfolg verkauft. Seine Versprechnungen danach, das vieles besser wird, sind nicht eingetreten.
    Im übrigen habe ich auch von 1973 bis 1988 schon mal im Quartier gewohnt und die Entwicklung mit erlebt.
    Aber das war mal. Jetzt engagiere ich mich, wie viele Andere, im Quartiersrat. Und ich lass mir von einem weit von den täglichen “Problemen” entfernten Politiker nicht erklären, wie schlimm die Situation hier ist. Und wenn Raed Saleh sagt “…. dass Zeit für einen Neuanfang ist , bei dem alle mitmachen sollten, auch die Stadtteilarbeit vor Ort”
    zeigt das deutlich, dass er keine Ahnung von der Vielfätigkeit des Engagement im Quartier Heerstraße hat

    Noch glaube ich, dass gemeinsam vieles verbessert werden kann, aber bitte ohne Sprüche aus der Politik.
    Und auch weitere Rundgänge sind überflüsssig. Das beides hilft überhaupt nicht.
    Wie sagte ein “berühmter” Berliner Komiker: “Öfters mal die Schnauze halten”

    Also weniger Sprüche, mehr die Probleme durch Handeln lösen.

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