Für mehr Sicherheit, im Auftrag der Gewobag:

Nachts im Kiez: Sicherheitsdienst läuft …

oder auch nicht!?!? Seit Freitagabend ist laut Gewobag-Hausinformation v. 25.3. im Dreh ihrer Häuser in der Großwohnsiedlung an der Heerstraße, Nacht für Nacht von 18 Uhr bis 6 Uhr in der Frühe, ein Sicherheitsdienst auf Streife unterwegs, um aufmerksam und sorgfältig Hauseingänge und Kellertüren zu kontrollieren und sicherlich auch um auffällige oder verdächtige Vorfälle und Personen zu melden. Gut, dass sich – angesichts der Brandserie – was bewegt.

Aber schon in der 2. Nacht der Streifengänge wurde von Mieter:innen beobachtet, dass am Samstag ab 18 Uhr keine Streife auf den Wegen angetroffen wurde. Jedoch konnten vier Sicherheitskräfte entdeckt werden, um 20 Uhr bei “intensiver Handy- und Zigarettenpause” in und vor dem Waschraum am Blasewitzer Ring 34. Dort blieben sie zumindest noch bis 21.30 Uhr. Ohne Unterbrechung, sogar, als sie von Anwohner:innen angesprochen worden sind.

Wie lange sie darüber hinaus noch auf den Waschraum aufgepasst haben ist nicht bekannt, weil die “Beobachter:innen” dann doch besseres vorhatten. Zumindest der Raum war in dieser Nacht gut bewacht und vor Brandanschlägen sicher. DANK dem Sicherheitsdienst.

Vielleicht ist doch was dran, dass ein aufmerksamer und zügig ausführender Hausmeisterdienst, der vor Ort bekannt, ansprechbar und an einem guten Zustand “seiner” Aufgänge, Türen und Beleuchtungen etc. interessiert ist, am Ende mehr bringt und effektiver ist, als jeder Sicherheitsdienst und jede Überwachungstechnik.

Laut dem Aushang in den Hausaufgängen der Gewobag wird der Sicherheitsdienst das Gewobag-Quartier Heerstraße / Maulbeerallee solange nächtens bestreifen, bis Kameras installiert sind für eine Videoüberwachung von gemeinsam mit der Polizei ermittelten öffentlichen Räume, nahe der Hauseingänge. Unabhängig davon hat die Gewobag auch eine Befragung ihrer Mieterschaft begonnen bezüglich einer Videoüberwachung in den Häusern, Fluren, Kellerräumen*. 

zum download: Gewobag-Hausinfomation v. 25.3.22

*für öffentliche Räume mit einem (nachgewiesenen) Gefahrenpotential – wie die Brandserie in der Großwohnsiedlung – kann eine Videoüberwachung ohne Zustimmung der Anwohnerschaft umgesetzt werden. Kameras die auf die Eingänge gerichtet sind oder sogar in den Fluren, Kellern der Häuser installiert werden benötigen das Einverständnis aller Mieter:innen. 

Übrigens: Erfolg hat, sprichwörtlich, immer viele Väter und Mütter! 
Dass sich nun, nach langem Zögern, endlich was bewegt, verdanken wir tatsächlich sehr vielen:
Den unermüdlich Aktiven aus Mietergruppen, Initiativen oder Mieterbeirat. Der Unterstützung mit Rat und Tat durch die Stadtteilarbeit des Gemeinwesenvereins, vom QM-Team und durch den Mietrechtsexperten des AMV, die ihre Kenntnisse aber auch Kontakte mit eingebracht haben, für das Gelingen zahlreicher Aktionen, Rundgänge und “Runder Tische”, mit Vertreter:innen und Amtsträger:innen von Polizei und Feuerwehr, aus Senat und Bezirk, aus Abgeordnetenhaus und BVV wie auch der Medien in der Stadt, die mit ihren Beiträgen für die Aufmerksamkeit und den entsprechenden Druck in der Öffentlichkeit und in den Vorstandsetagen gesorgt haben. …

Wie so oft im Leben, schmücken sich im Nachhinein manche mit dem Erfolg, auch solche von denen man in all den Monaten davor nie was gehört und die man vor Ort nicht gesehen hat.

Jetzt aber sind wir schlauer:
Weder all die oben Genannten, die dringenden Ratschläge der Polizei noch der “Runde Tisch” der Bezirksbürgermeisterin u.a. mit Staatssekretärin, Stadträten und Gewobag-Vorstand oder der dringende Appell der Innensenatorin haben für Bewegung gesorgt … sondern – ganz  Bescheiden – ein Brief im Januar eines Abgeordneten aus dem Abgeordnetenhaus! Danke Herr Melzer!

3 Gedanken zu “Nachts im Kiez: Sicherheitsdienst läuft …

  1. Berliner Morgenpost am 29.03.2022: Sicherheitsdienst in Staaken – Weitere Maßnahmen angekündigt

    Raed Saleh: Gewobag geht umfassend auf die Forderungen von Mietervertretern ein

    Neben der Reaktivierung der Security, hat sich Saleh indes in einem Gespräch mit Gewobag-Chefin Snezana Michaelis auf weitere konkrete Maßnahmen für den Kiez geeinigt:

    Dazu gehören ein stärkeres Vorgehen gegen illegalen Sperrmüll, eine bessere Erreichbarkeit der Hausverwaltung, die Reparatur der Kinderspielplätze und der Außenbeleuchtung sowie das Abschleppen von Schrottautos. Außerdem sollen die von den Anwohnern schon lange vermissten Hauswarte zur schnellen Beseitigung von Mängeln und Schäden wieder eingeführt werden. „Die Gewobag ist auf so gut wie alle Forderungen der Mietervertreter eingegangen“, so Saleh, „für das Quartier ist es ein großer Wurf und die Menschen vor Ort haben es verdient, dass ihre Ängsten und Sorgen Priorität eingeräumt bekommen.“

    https://www.morgenpost.de/bezirke/spandau/article234938517/Sicherheitsdienst-in-Staaken-Weitere-Massnahmen-angekuendigt.html?service=amp

  2. Endlich kommt Bewegung in die Sache. Wenn jetzt noch bei der Schadensbehebung etwas ins Rollen kommt, das wäre schön. Hier im Blasewitzer Ring 26 sitzen wir seit vier Wochen ohne Fahrstuhl, vor allem für die Rollstuhlfahrer unhaltbar.

  3. Ich begrüße die Kehrtwendung der Gewobag, ihre ablehnende Haltung aufzugeben und nun doch einen Sicherheitsdienst einzusetzen, ausdrücklich, hätte mir jedoch sehr gewünscht, dass diese Entscheidung zur Wiedereinführung der abendlichen und nächtlichen Kiezbestreifung schon vor Monaten getroffen worden wäre und es nicht zuvor 78 Brände in der Großsiedlung bedurft hätte.

    Von einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft erwarte ich zum Schutz Ihrer Mieterinnen und Mieter zeitnahe aktive Präventivmaßnahmen und nicht ein monatelanges zögerliches Abwarten und Zusehen. Es ist ein Wunder, dass bisher noch kein Mensch ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Wenn es um den Schutz des menschlichen Lebens geht, müssen alle Maßnahmen unverzüglich ergriffen werden.

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