Auf der Mieterversammlung am Montagabend:

Pfiffe, Buhrufe und Klageforderung …

den Verantwortlichen der Gewobag muss es  heftig laut und anhaltend in den Ohren geklingelt haben, angesichts der wütenden Beschwerden der rund 100 Mieter:innen die sich am Montagabend auf und an der Wiese neben dem Stadtteilzentrum versammelt haben. Anlass, die seit dem Frühjahr anhaltende Brandserie an und in Aufgängen, Fluren und Lagerräumen in der Großwohnsiedlung an Heerstraße und Magistratsweg und die Nachlässigkeit bzw. Untätigkeit von Gewobag & Co in Fragen der Sicherheit, Ordnung, Reparatur und Instandhaltung.

Der Einladung zu der abendlichen Open-Air Veranstaltung der Adler- bzw. Gewobag Mietergruppen aus dem Quartier gefolgt sind Experten vom Polizei-Abschnitt 23 und des LKA-Kommissariats für Brandermittlung sowie der Mietrechtsexperte des AMV.

Mit Pfiffen, Buhrufen und hämischem Gelächter bedacht wurde jedoch die Absage der Gewobag, die mit dem Verweis auf die Corona-Pandemie und die Fürsorgepflicht gegenüber ihren Mitarbeiter:innen begründet wurde.

Wie wenig “Fürsorge und Beachtung” aber die vom Brand am 10. Dezember  betroffene Mieterschaft des Hochhauses in der Obstallee von der Gewobag erfahren hat, konnte eine Mieterin  aus einer Wohnung direkt über dem Brandherd in den EG-Mieterlagerräumen eindrucksvoll vermitteln: Bis dato hat sie keinen direkten Kontakt seitens der Gewobag erfahren und die schweren Schäden u.a. an der Wohnungstür konnten nur dank der Unterstützung durch den Sprecher des Mieterbeirats notdürftig “geflickt” werden.

Wie schon oft auf staaken.info berichtet gab es auch am vergangenen Montagabend auf der Wiese einige Wortmeldungen aus dem Teilnehmerkreis, die von kaputten Türschlössern an Eingängen und zu den Lagerräumen, von Müll, Papier- und Stoffmengen sowie brennbarem Sperrmüll vor, an und in den Häusern erzählen konnten, die trotz mehrfacher Meldung und Erinnerung, monatelangen Bestand haben und um die herum der Reinigungsservice geflissentlich den Fußboden wischt. 

All das, wie der Vertreter aus dem Kommissariat für die Ermittlung der Staakener Brandserie darlegte, sind geradewegs “Einladungen” zum spontanen Zündeln wie auch Gefahrenlagen für Brände aufgrund von unachtsamem Umgang mit Zigarettenkippen oder im Zusammenhang von “ungebetenen Übernachtungsgästen” auch mit dem Umgang mit offenem Feuer eines Gaskochers etc. Positiv aufgenommen wurde die Zusage der Polizei, im Stadtteil den Takt der Streifenfahrten und -gänge zu erhöhen und andererseits auch die Gewobag zu verstärkten Maßnahmen aufzufordern für Sicherheit und Brandschutz. 

Kein Wunder, dass auf der Versammlung auch Stimmen laut wurden, die eine gemeinschaftliche Klageerhebung gegen die Wohnungsgesellschaft forderten, wegen unterlassener Hilfeleistung und Gefährdung für Leib und Leben der Mieter:innen. Wobei das – wie Marcel Eupen betonte – nach deutschem Recht, nur als Einzelklage mit jeweils einzeln begründeter Beweisführung möglich wäre.

Mehr Erfolg – so H.-J. W. –  kann aber  eine Anzeige bei der Bauaufsicht bringen, denn die muss jede Anzeige verfolgen. Aber ganz besonders dann, wenn alle Register gezogen werden mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen – wie z.B. einer Demo der Staakener Mieter:innen vor dem (schon lange für Publikum verschlossenen) Spandauer Gewobag-Büro – verbunden mit der direkten Ansprache der Politik, vor allem der Senatsvertreter:innen im Aufsichtsrat, die so Druck ausüben können auf das operative Geschäft des kommunalen Wohnungsunternehmens.

Derzeit werden von den Mietergruppen im Kiez noch Unterschriften gesammelt, für die (Wieder-)Einführung eines Sicherheitsdienstes in allen Teilen der Großwohnsiedlung, die nebst dem Mieterwunsch nach Überwachungskameras, zumindest im Eingang- und Zugangsbereich zu den Neben- und Lagerräumen, die dann im neuen Jahr dem “Runden Tisch” mit den Wohnungsgesellschaften vorgelegt werden sollen.

Wie es scheint, wird uns das Thema der berechtigten Beschwerden von Mieter:innen über fehlende Sauberkeit, Sicherheit und Funktionsfähigkeit von Ausstattung, Material und Technik in den Häusern (nicht nur) der Gewobag noch eine Weile beschäftigen, denn von der (Wieder-)Einführung fester und im Kiez bekannter und ansprechbarer “Kümmerer:innen” für Service, Sicherheit und Reparaturen sind wir noch weit entfernt.

 

 

 

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