Erfolgsmodell Kita-Sozialarbeit im Quartier Heerstraße

QM-Pilotprojekt macht Schule!?!

Veröffentlicht am 14. 03. 2019

Gut gelandet ist das Pilotprojekt der Kita-Sozialarbeit, nicht nur bei den Eltern, Kindern und Kita-Mitarbeiter*innen der vier Kitas aus dem Quartier Heerstraße, sondern auch bei den gut 200 Fachleuten aus Kinder- und Jugendämtern, von Familienhilfe und Familienzentren, aus Kitas, Schulen und Jugendarbeit sowie aus verschiedenen kommunalen und übergeordneten Fachgremien … die am letzten Freitag im Februar mit großem Interesse den Fachtag zu dem Staakener Modellprojekt Kita-Sozialarbeit im Gotischen Saal der Zitadelle Spandau besucht haben.

Veranstaltet wurde der Fachtag vom Ev. Kirchenkreis Spandau in Kooperation mit dem Bezirksamt Spandau (Jugendamt und QPK*) sowie dem Quartiersmanagement Heerstraße. Wie schon so viele Veranstaltungen, fachkundig und charmant moderiert von Petra Sperling,  Geschäftsführerin des Gemeinwesenvereins Heerstraße Nord.

Es bedurfte keiner Abstimmung im Plenum um den eindeutigen Tenor des Fachtages festzustellen: Das im Herbst 2016 im Quartiersmanagementgebiet Heerstraße gestartete Pilotprojekt ist ein Erfolgsmodell der frühen Prävention, für starke Familien und gute, entspannte Eltern-Kita-Beziehungen … UND sollte dringend Schule machen, nicht nur in sozial benachteiligten Gebieten und auch nicht nur in Spandau.

Durchweg positive Einschätzungen für das beim Evangelischen Kirchenkreis Spandau angesiedelte Projekt an den Schnittstellen von Kinder- und Jugendarbeit, von Gesundheit und Familien, fanden nicht nur die beiden zuständigen Stadträte Spandaus Frank Bewig (Bauen, Planen, Gesundheit) und Stephan Machulik (Bürgerdienste, Ordnung und Jugend) in Ihren Begrüßungsworten, sondern auch Spandaus Jugendamtsleiter Walter Sablotny bei seiner fachlichen Einleitung zum Thema des Fachtages: Kita-Sozialarbeit als Lückenschluss in der Präventionskette.

Nach dem Beitrag von Nakissa Imani Zabet vom QM-Team Heerstraße über den Weg von der Feststellung des Bedarfs im Stadtteil und der in einer Arbeitsgruppe des Bildungsnetzes Heerstraße Nord entwickelten Idee bis zur Umsetzung des Pilotprojektes und nach der Präsentation von Andrea Wobker-Howen und Sabine Clausen über die vielfältigen Aktionen und sozialpädagogischen Angebote vor allem für Eltern, von individuellen Beratungen über Elterncafés bis zum Familienkochen und Ferienprogrammen wie auch von Workshops für Erzieher*innen im Rahmen der Kita-Sozialarbeit in Heerstraße, gab es Statements von Kita-Leitung, vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst wie auch von Grundschule. Viele eindrucksvolle Aussagen von am Projekt beteiligten Eltern wurden in einem zehnminütigen Video präsentiert.

Alle Rednerinnen und Redner sprachen sich deutlich dafür aus, dass ähnlich den Schulstationen auch an den Kitas eine an Prävention und Stärkung der Familien orientierte Sozialarbeit dauerhaft etabliert werden sollte. So lenkte der ehemalige langjährige Schulleiter der Christian-Morgenstern-Grundschule den Blick auf die vielen Jahre mit allerlei Rückschlägen, des Prozesses von den ersten behutsamen Anfängen und Widersprüchen bis heute, wo niemand mehr die Bedeutung der Schulsozialarbeit mit eigenen und festen Stationen in Frage stellen würde und drückte die Hoffnung aus, dass der Weg zur Verstetigung der Kita-Sozialarbeit ein kurzer sein möge.

Die positiven Ergebnisse aller Beteiligten an den Kitas und im Sozialraum wurden auch bestätigt, von Michael Bergert (Camino Werkstatt), dem Institut, das von 2016-18 die projektbegleitende Evaluation durchführte. Noch bevor die Tagesordnung Fragen und Stellungnahmen aus dem Plenum vorsah hatte Frau Dr. Verena Wittke vom AWO Bundesverband die Potenziale hervorgehoben, die via Kita-Sozialarbeit geboten werden für eine frühe Förderung von Familien, für mehr Bildungschancen und zur stärkeren Teilhabe an sozialen und kulturellen Angeboten und Prozessen.

Aus dem Plenum keine Frage „ob“ sondern nur noch „wann und wie“ eine Kita-Sozialarbeit nachhaltig in Berlin und sogar wie von von einigen Gästen aus Brandenburg und NRW gewünscht, auch bundesweit, verstetigt werden kann.

Dementsprechend dann am Schluss des Fachtages im alten Gemäuer der Zitadelle, das Plädoyer von Susanne Goldschmidt, der Projektleiterin und Kita-Beraterin des Ev. Kirchenkreises, zur dauerhaften und schnellen Regelfinanzierung einer Sozialarbeit an Berliner Kitas – zumindest in den sozialen Brennpunkten.

Alle Beteiligten profitieren nachweislich von diesem Erfolgsmodell aus Spandau. Kita-Sozialarbeit muss auch in Berlin Schule machen, damit chancengerechtes Aufwachsen schon vor Beginn des Schulbesuchs sichergestellt werden kann.

 

 

Kita-Sozialarbeit im Quartier Heerstraße
c/o Familientreff Staaken, Obstallee 22D, 13593 Berlin
Kontakt | Ansprechpartnerinnen:
Andrea Wobker-Howen 0157-735 69 947
Sabine Clausen 0151-236 69 242
Email: kita-sozialarbeit@kirchenkreis-spandau.de
Web: kita-sozialarbeit.de

Projektträger & -leitung:
Ev. Kirchenkreis Spandau, Jüdenstr. 37, 13507 Berlin
Susanne Goldschmidt-Ahlgrimm
Tel.: 030-322 94 43 40
Email: goldschmidt@kirchenkreis-spandau.de

Info zum download, A5-Broschüre:
Kita-Sozialarbeit – Lückenschluss in der Präventionskette

 

zum nachlesen – Kita-Sozialarbeit auf staaken.info:
• QR stimmt für Frühe Förderung (Juni 2016)
• Frühe Förderung via Elternarbeit (Dez. 2016)
• Willkommen & Zurechtfinden … (Nov. 2017)
• Eltern-Kind-Kunst Winter Ade (Feb. 2018)
• Frühling und die Wunderblume (März 2018)
• Elefantöse Kita-Ferien (Juli 2018)

 

*QPK ist die Organisationseinheit Qualitätsentwiclung, Planen und Koordination in der Abteilung Bauen, Planen und Gesundheit des Bezirksamtes Spandau.

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  • 030-617 400 76
  • E-Mail: quartiersverfahren@heerstrasse.net
  • Ansprechpartner
    Team Quartiersmanagement Heerstraße
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    Wir werden einen einfachen Zugang zu den Bildungseinrichtungen und -angeboten gestaffelt nach Altersstufen schaffen. Dieser ergänzt die bestehende Darstellung sämtlicher Einrichtungen auf staaken.info unter der Rubrik „Stadtteil“.

    Darüber hinaus werden wir kontinuierlich über die einzelnen Schritte und Ergebnisse beim Ausbau und bei der Festigung des Bildungsnetzes berichten. Dazu zählen beispielsweise die inhaltliche Abstimmung von Bildungsangeboten und -veranstaltungen zwischen den Einrichtungen, die Optimierung der Bildungsübergänge (Kita – Grundschule, Grundschule – weiterführende Schule, Schule – Ausbildung, Studium, Beruf), die bedarfsorientierte Entwicklung von Angeboten und die Organisation von Fachveranstaltungen und Treffen zum Erfahrungsaustausch.

    „Um ein Kind zu erziehen, bedarf es eines Dorfes.“

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