Neues vom Empira-Arz8PropCo-Talyo-Häuserriegel Pillnitzer 1-21:

Von Vernachlässigung zur Vollsanierung

Erleben wir gerade eine große Trendwende bei privaten und kommunalen Wohnungsgesellschaften in der Staakener Großwohnsiedlung? Auf die Idee könnte man kommen, angesichts von 10-Punkte-Maßnahmenplan der Gewobag aber auch wegen der schnellen Reaktion von Eigentümerin und Verwaltung, nach  der – in Medien beachteten – ersten Protestaktion vom 18. März, bei der zornige Mieter:innen aus dem langgestreckten Häuserriegel vom Pillnitzer Weg 1 bis 21 unisono die an Verwahrlosung grenzenden Zustände und die (gefühlte?) Unerreichbarkeit von Verwaltung, Reparatur- und Reinigungsdiensten angeprangert haben.

Nur wenige Tage später haben sich Mieter:innen aus dem 12stöckigen Hochhaus am Nordende der Häuserzeile verwundert die Augen gerieben: Reinigungstrupps in noch nie gekannter Personalstärke und mit völlig neuer Intensität im Haus unterwegs. Es wurde entrümpelt, gefegt, gesaugt, geputzt, gewienert und selbst das Treppenhaus, das schon wochenlang keinen Besen und kein Putztuch erleben durfte wurde von oben nach unten gereinigt.

Grund: Eine Begehung mit Vertreter:innen von der Hausverwaltung Talyo Property Services und der Eigentümergesellschaft Arz8 PropCo S.à.r.L., der Luxemburger Tochter der Empira AG aus Zug in der Schweiz.

Ergebnis: Die schriftliche Ankündigung der Verwaltung, im Auftrag der Eigentümergesellschaft, von instandsetzenden Sanierungs- und “Modernisierungsmaßnahmen mit dem Zweck. den Mietgegenstand nachhaltig zu verbessern und Endenergie einzusparen.”

Als erster Schritt sollen schon im Sommer 2022  die überalterten Nachtspeicheröfen durch neue, moderne und energieeffiziente Speicherheizungen ersetzt werden. Im Zuge dessen wird auch überall die individuelle Erfassung und Abrechnung des Wärmeverbrauchs ermöglicht.

Eine Investition, die übrigens nicht auf die Miete umgelegt werden kann. Was auch von Eigentümerin und Vermieterin in dem o.a. Ankündigungsschreiben ausdrücklich mit dem erklärten “Verzicht auf eventuelle Ansprüche aus § 559 Abs 1 ff BGB aus dieser Maßnahme” bestätigt wurde. Insofern dürfte es von Mieterseite aus kaum ein Argument geben, dieser am Ende kostensparenden und umweltschonenderen Maßnahme die Zustimmung (bis 30.4.) zu verweigern.

Längerfristig geplant: Umfassende aber – laut Talyo “behutsame und sozialverträgliche” – Sanierungsmaßnahmen von Fassadendämmung und Fenstermodernisierung über Dachsanierung mit Installation einer Photovoltaikanlage bis zur Renovierung des Treppenhauses und Stilllegung des Müllschluckers sowie einer Umgestaltungen der Außenanlage inklusive Ladestationen für E-Mobilität.

Für diese Maßnahmen gilt, wie immer in der Planungsphase: Man muss abwarten was konkret in welchem Umfang und mit welchen Fördermitteln durchgeführt werden soll. Erst dann kann man prüfen lassen was davon sich wie auf die Miete auswirken kann und was nicht.

Zurück zu dem Mietertreffen der Aufgänge Pillnitzer 1-21, am 18. März auf dem Areal vor dem ehem. Seniorenwohn-Hochhaus: Mehrere Mieter:innen haben sich  zusammengefunden als “Mietergruppe Pi1-21” und werden – wiederum unterstützt von der Stadtteilarbeit des Gemeinwesenvereins wie auch mit dem fachlichen Rat von Marcel Eupen vom AMV – nach Ostern, aber noch im April, zu einer Mieterversammlung einladen, dann voraussichtlich gegenüber im Gemeindehaus am Pillnitzer Weg 8.

Auf staaken.info werden wir beizeiten über Ort, Zeit und Tagesordnung informieren.

zum Nachlesen: 
die jüngsten für Mieter:innen relevanten Artikel – nicht nur vom Pillnitzer Weg auf staaaken.info:
10-Punkte-Plan für den Heerstraßen-Kiez (v.30.3.22)
Videoüberwachung vs. Brandstiftungen (v. 21.3.22)
Was tun wenn sich Eigentümer + Verwaltung nicht bewegen (v. 16.3.22)
Pillnitzer 21: Es stinkt zum Himmel (v. 16.2.22)

 

4 Gedanken zu “Von Vernachlässigung zur Vollsanierung

  1. Nachdem das zur Problematik gewordene Thema “Sicherheit in Wohngebäuden durch Installation von Videocameras” eine Befragung durch die Gewobag erforderlich machte – zumal auch noch eine Umlage auf die Betriebskosten angedacht wurde, wäre es sicher für viele Mieter wissenswert, zu erfahren, welches Ergebnis dieser Punkt ergab.

  2. Es ist für mich unfassbar:
    Da brennt vor ca. 6 Wochen der von Nachbarn/Mietern im Kellervorraum des Aufgangs Blase 30 abgestellte Sperrmüll.
    Die Feuerwehr hatte reichlich zu tun; die Verrauchung war stark. Viele Bewohner dieses Aufgangs hatten große Angst.
    Dieser Kellervorraum ist fast noch in dem Zustand, wie ihn die Feuerwehr verlassen hat und dennoch – man glaubt es nicht, aber wahr:
    Es ist von einem Mieter schon wieder Sperrmüll dort abgestellt worden.
    Wessen Geistes Kinder wohnen hier ???

  3. Wir waren überrascht und erfreut, dass endlich mal für Ordnung und Sauberkeit gesorgt wurde. Leider war das nur zum Zweck “Zitat: Grund: Eine Begehung mit Vertreter:innen von der Hausverwaltung Talyo Property Services und der Eigentümergesellschaft Arz8 PropCo S.à.r.L., der Luxemburger Tochter der Empira AG aus Zug in der Schweiz.”

    Leider wurde nach der Begehung vor 3 Wochen weder geputzt noch für Ordnung oder Laubbeseitigung gesorgt. Die nächste Reinigung erfolgt dann wohl in 3 Monaten oder so, wenn wieder eine Begehung ansteht.

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