Über 600 x Nachbarschaftliche Coronahilfen

Ein passender Zeitpunkt für einen kleinen Rückblick: Gestern, am 1. März vor einem Jahr wurde der erste COVID-19-Fall in Berlin amtlich festgestellt und keine drei Wochen später hingen schon die ersten mehrsprachigen Plakate in allen Hausaufgängen der Großwohnsiedlung beiderseits von Heerstraße und Magistratsweg, mit der Hotline 0151-22 42 90 52 für die  Nachbarschaftliche Coronahilfe im Kiez. Seitdem haben gut zwei Dutzend freiwillige Helfer:innen mehr als 600 Einsätze für all jene geleistet, die wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Risikogruppen oder wegen Quarantäne … keinen Fuß selber vor die Tür setzen wollen, können oder dürfen, um Einkäufe oder sonstige Besorgungen zu erledigen.

Mal abgesehen davon, dass in den ersten zwei Wochen gleich mehrmals die mehrsprachigen Plakate aufgrund kritikwürdiger Übersetzungen erneuert und ausgetauscht werden mussten, hatten die Initiatoren und Organisatoren der ersten Stunden – Martin Schmidt & Freunde vom Nachbarschaftstreff der „Kaffeestaakener“ sowie Tom Liebelt, der „Stadtteilarbeiter“ des Gemeinwesenvereins, plus dem Kreis der Ehrenamtlichen und Gruppen des Vereins, den JuMi-Lotsen oder Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Umfeld von Staakkato – sich voll und ganz darauf konzentriert ein enges Netz zu stricken, für die Organisation und Kommunikation der nachbarschaftlichen Coronahilfe. 

Neben dem Pool von zuverlässigen Helfer:innen, die quasi in ständiger Bereitschaft zu halten sind und aufgrund privater oder beruflicher Veränderungen auch einem Wechsel unterzogen ist, hat sich vor allem das ausgeklügelte Konzept der Nachbarschaftshilfe in der Praxis bewährt, das „mit Abstand“ ein Höchstmaß an Hilfsangeboten und ein Mindestmaß an direkten Kontakten und Infektionsgefahren ermöglicht hat, ob beim Bestellen, Bringen oder beim Bezahlen der Einkäufe.

So gibt es neben dem Pool der Aktiven – die nicht selten auch im „stabilen Tandem“ mit einem ihnen zugeordneten Hilfsbedürftigen wirken, auch – Dank QM-Aktionsfonds – ein gut gefülltes Lager mit Masken, Handschuhen,Desinfektionsmitteln und auch einen Pool an Bargeld zum Vorstrecken der Beträge, die oft auch bargeldlos wieder erstattet werden.

Auf eines kann Martin Schmidt – neben der beachtlichen Zahl der Hilfseinsätze – besonders stolz sein: Ob gerade erst vom Gesundheitsamt als „SARS-COV 2-Infizierte:r in häuslicher Quarantäne“ frisch gemeldet oder Stammkundschaft der Nachbarschaftshilfe, in der Regel binnen zwei / drei Stunden kann für jedes Hilfeersuchen der entsprechende Einsatz erfolgen. Nicht nur deshalb hat die Hotline-Zentrale der Staakener-Coroanhilfe  von Mitte Dezember bis Anfang Januar die Vertretung über die Feiertage für die bezirkliche Koordinierungsstelle der Coronahilfe in Spandau übernommen, mit Anrufen und Bitten für Einsätze in Kladow, Siemensstadt oder Hakenfelde … 

Nur an die „netten Nachbarn“, die zu jeder Tages- oder Nachtzeit, ohne Not, gleich mit dutzenden Anrufen nerven, drängeln oder einfach nur Zeit stehlen, kann und will auch Martin Schmidt sich nicht gewöhnen – egal wie viele Wellen der Coronainfektion noch auf uns warten.

A propos Coronawellen: Fast parallel mit den Wellen haben sich auch die Situationen und Möglichkeiten der Freiwilligen der Nachbarschaftshilfe im Kiez verändert und der „Helferpool“ wurde mindestens ein Mal komplett ausgetauscht. Aber auf so eine fröhliche Runde als Dank für die Helfer – wie im vergangenen Sommer (s. Foto unten) – freuen sich alle, nicht nur die „Zentrale der Corona-Nachbarschaftshilfe“ in Staaken.

 

 

zum nachlesen:
Topthema Nachbarschaftliche Hilfe (v. 18. März 2020)
Läuft! Nachbarschaftliche Hilfen im Kiez (April 2020)
Dank in Gold für die Nachbarschaftshilfe (Juli 2020)

 

 

 

 

 

 

 

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