Machbarkeitsstudie für Centervorfeld veröffentlicht:

Kleine & große Variante für neuen Platz

Veröffentlicht am 06. 02. 2020

Mit vielfachen Formen der Beteiligung von Quartiersrat und Bürger*innen aus den Nachbarschaften startete im Sommer 2018 das im Rahmen des Stadtumbau in Staaken beauftragte Planungsbüro stadtraum ihre Erhebungen und Ausarbeitungen für die Machbarkeitsstudie zur Aufwertung und Umgestaltung des zentralen Platzes der Großwohnsiedlung Heerstraße, an Magistratsweg und Obstallee. Jetzt liegt der abgestimmte Schlussbericht der Studie vor, mit einer „kleinen“ und  „großen“ Variante der Umgestaltung von Straßenraum und Verkehr.

Nachfolgend, der Pressetext von Ralf Hoffmeister von dem mit der Steuerung und Koordination des Stadtumbaus im Fördergebiet Brunsbütteler Damm | Heerstraße beauftragten Stadtkontor, Gesellschaft für behutsame Stadtentwicklung mbH – und am Ende des Beitrages zum download, sowohl den Schlussbericht der Machbarkeitsstudie mit den Vorschlägen des Planungsbüros stadtraum Gesellschaft für Raumplanung, Städtebau und Verkehrstechnik mbH und den Verkehrserhebungen aus dem Jahr 2017 von VCDB VerkehrsConsult wie auch die Präsentation zur Machbarkeitsstudie vor dem Bauauschuss der Bezirksverordnetenversammlung BVV:

 

Pressetext
Machbarkeitsstudie:

Umgestaltung des Staaken-Center-Vorplatzes
Obstallee / Magistratsweg

 

Das Staaken-Center ist ein zentral gelegenes Nahversorgungszentrum in der Nähe der Heerstraße und bildet ein wichtiges Quartierszentrum im Stadtumbaugebiet Brunsbütteler Damm / Heerstraße. Der Vorplatz des Staaken-Centers erschließt das Gebiet zum Magistratsweg und zur Obstallee, er dient auch als Ruhe- und Begegnungszone; ein Wochenmarkt findet regelmäßig statt. Der Vorplatz hat ein kleines Pendant auf der gegenüberliegenden Seite des Magistratsweges.

Gestalterische und funktionale Mängel schränken die Nutzungsmöglichkeiten deutlich ein und lassen den Platz wenig einladend wirken. Pflaster und Bodenbeläge, Bänke und andere Stadtmöbel sind erneuerungsbedürftig. Defizite gibt es auch bei der Beleuchtung des Platzes, bei der Barrierefreiheit und bei der Grüngestaltung. Das stufenförmige Plateau im zentralen Platzbereich, ein ehemaliger Brunnen, hat seine Funktion verloren.

Im Juni 2018 wurde das Büro stadtraum mit der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zur Neugestaltung des Vorplatzes (einschließlich des kleinen Pendants) und des Kreuzungsbereichs Obstallee / Magistratsweg beauftragt. In die Betrachtung sollten sowohl öffentliche als auch private Flächen einbezogen werden. Die Erarbeitung der Machbarkeitsstudie wurde durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung in Form von Kiezspaziergängen, Infoveranstaltungen und Workshops begleitet. Im November 2019 wurde die Machbarkeitsstudie mit der Präsentation im Bauausschuss der Bezirksverordnetenversammlung abgeschlossen.

Die Gutachter schlagen eine „große“ und eine „kleine“ Variante zur Umgestaltung des Staaken-Center-Vorplatzes und des Kreuzungsbereichs Obstallee / Magistratsweg vor. Die kleine Variante übernimmt wesentlichen Elemente der großen Variante, verzichtet aber im Bereich des Magistratsweg auf strukturverändernde Eingriffe. Die große und die kleine Variante unterscheiden sich in ihrer Eingriffsintensität und dementsprechend auch in ihren Kosten. Die Gutachter beziffern überschlägig für die große Variante Gesamtkosten in Höhe von 3,7 Mio. € bei einem Anteil privater Kosten von 750 Tsd. €. Bei der kleinen Variante betragen die Gesamtkosten 2,5 Mio. € die privaten Kosten 600 Tsd. €.

 

Staaken-Center-Vorplatz
Der Bodenbelag des Vorplatzes soll mit hochwertiger und stolperfreier Pflasterung erneuert und auf ein ebenerdiges Höhenniveau gebracht werden. Um den Platz zum Magistratsweg zu öffnen und eine Sichtverbindung in Richtung Obstallee zu ermöglichen, soll der ortsansässige Imbiss gedreht werden. Dadurch entsteht eine Passage, die in den Flanierbereich vor der Ladenzeile mündet. Das Dach über dem Eingang des Staaken-Centers könnte durch ein zusätzliches gastronomisches Angebot wieder als Aufenthaltsort nutzbar gemacht werden. Ein Podest über die gesamte Breite der Stirnseite des Staaken-Centers soll den Eingang aufwerten und zusätzliche Sitzgelegenheiten schaffen. Über zwei Rampen ist der Eingang barrierefrei erreichbar. Für den Wochenmarkt, für Kiezfeste oder Weihnachtsmärkte etc. wird eine Fläche vorgehalten.

In der Nische zwischen dem Staaken-Center und dem Wohnturm kann ein Wasserspiel Platz finden, die Fassaden rund um die Eingänge werden mit einer einheitlichen Holzverkleidung aufgewertet. Weitere Sitzgelegenheiten sowie Radabstellanlagen sind am nördlichen Fahrbahnrand der Obstallee vorgesehen. Die Aufenthaltsqualität wird durch Baumpflanzungen verbessert. Die Nische zwischen Wohnturm und Ladenzeile kann durch einen Anbau um kleinteilige Ladenflächen erweitert werden.

Obstallee
Die Fahrspurbreite der Obstallee wird verschmälert und auf den Mittelstreifen verzichtet. Zur verkehrssicheren Querung werden zwei Gehwegvorstreckungen vorgesehen. Für die Belieferung der Ladenzeile wird eine kompakte Ladezone entlang der Obstallee angeordnet. Stellplätze sind ausschließlich am nördlichen Fahrbahnrand in Senkrechtaufstellung vorgesehen und sollen sich durch ein anderes Pflaster deutlich von den Platzbereichen und der Fahrbahn abheben. Durch Fahrbahnverengungen sollen das Parken in zweiter Reihe sowie schnelle Durchfahrten unterbunden werden. Die Zufahrt zum Parkhaus des Staaken-Centers soll einladender gestaltet werden.
Die weitere Umgestaltung der Obstallee in Richtung des geplanten Bildungs- und Gesundheits-zentrums (BuG) hängt davon, ob das BuG tatsächlich an dieser Stelle realisiert werden kann und werden soll. Hier sind – zumindest zum heutigen Zeitpunkt – noch keine abschließenden Aussagen möglich.

Magistratsweg
In der großen Variante wird der Gesamtquerschnitt des Magistratsweges beibehalten, allerdings werden einzelne Spurbreiten verändert, um einen Radstreifen ergänzen zu können. Um den Zugang zum Staaken-Center aufzuwerten und den Platzbereich zu beleben, soll die Bushaltestelle an die westliche Platzkante verlegt werden.
Die Barrierewirkung des Magistratswegs zwischen dem Staaken-Center-Vorplatz und seinem kleinen Pendant soll durch eine Querungsmöglichkeit abgeschwächt werden. Dieser Übergang soll durch hochwertige Pflasterung über die gesamte Breite besonders hervorgehoben werden.

Ausblick
Die Machbarkeitsstudie hat Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Umfeld des Staaken-Centers attraktiv umgestaltet werden kann. Dafür ist die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privaten Akteuren Voraussetzung. Eine wichtige Aufgabe in der nahen Zukunft besteht darin, die Rahmenbedingungen und den Gestaltungsspielraum für diese Zusammenarbeit auszuloten. Darüber hinaus ist aber noch eine der wichtigsten Entscheidungen für die Entwicklung dieses Bereiches offen: die Frage, ob das BuG am ursprünglich angedachten Standort angrenzend an das Staaken-Center realisiert werden kann bzw. werden soll und wie die Finanzierung dieser umfänglichen Maßnahme gesichert werden kann. Von der Umsetzung dieser Maßnahme sind umfangreiche Impulse für die Entwicklung im Stadtumbaugebiet Brunsbütteler Damm / Heerstraße zu erwarten.

Ralf Hoffmeister | Stadtkontor GmbH
4. Februar 2020

 

zum download:
• Schlussbericht Machbarkeitsstudie Center-Vorplatz  (Juli 2019)
• Präsentation Machbarkeitsstudie Center-Vorplatz (Nov. 2019)

zum nachlesen auf staaken.info:
Machbar: mehr Platz für den neuen Platz (4. Juni 2019)
Platz genommen Platz gerahmt … (Versammlung Nov. 2018)
Bürgermeinung zum Platzumbau  (Tour & Forum Sept. 2018)

2 Gedanken zu „Kleine & große Variante für neuen Platz

  1. Hans-Jürgen Wanke sagt:

    Ein guter Vorschlag. Jetzt muss an die Realisierung gehen.

    Leider ist ein Vorschlag von mir nicht in den Abschlussbericht eingeflossen.
    Ich hätte die Obstalle für den Durchgangsverkehr in der „Mitte“ geschlossen. Die angedachte Verkehrsberuhigung funktioniert schon jetzt im Bereich der „Spielstraße“ nicht.
    Also sollte nochmal ernsthaft über die Variante nachgedacht werden.

    Hans-Jürgen Wanke

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