Zur Betriebskostenabrechnung Pillnitzer Weg 1 bis 21:

Große Versammlung & große Einigkeit

Rappelvoll war der große Saal, heute vor einer Woche, im Gemeindehaus am Pillnitzer Weg und wohl alle anwesenden Mieter:innen waren sich in einem Punkt einig: Diese – schon in diversen Berliner Medien als “unglaublich”, “fehlerhaft” und “schlampig erstellt” beschriebene – Betriebskostenabrechnung 2021. für den Empira-Wohnriegel am Westrand der Großwohnsiedlung ist, soll und wird auf keinen Fall ohne Widerspruch mit Einsicht und Prüfung der Unterlagen bleiben!

Alleine, die laut der Heiz- und Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr 2020 – merkwürdigerweise in dieser Wohnanlage bis ins uferlose gestiegenen Stromkosten für die Nachtspeicherheizungen haben in den kleinen Appartements mit rund 25 qm beheizter Wohnfläche für mehrere hundert Euro und in den Mehrzimmerwohnungen sogar für zum Teil über 4.000 Euro Nachzahlungsforderungen geführt. 

Das obwohl z.B. vom statistischen Bundesamt nur eine knapp an 6% heranreichende Preissteigerung für den Haushaltstrom im Zeitraum Ende 2020 bis Ende 2021 aufgeführt wird. Neben so manchen groben Fehlern in den Abrechnungen – wie die Umlage der Fahrstuhlkosten auch auf die Wohneinheiten ohne Lift, in den Hausnummern 1 bis 5 – mangelt es bei diesen aufgeführten Heizkosten so sehr an Plausibilität, dass wohl kaum eine Mietpartei in der Wohnanlage auf Widerspruch und Prüfung der Belege verzichten wird.

Das musste letzte Woche sogar die zum Jahreswechsel gekündigte Hausverwaltung talyo Property Services in einem Rundschreiben an alle Mieter:innen, der ungeraden Hausnummern vom Pillnitzer Weg 1 bis 21 zugeben. (siehe Rundschreiben talyo vom 16.1.23) Ganz entgegen ihrer ersten Reaktion auf Widersprüche aus der Mieterschaft, da haben sie noch behauptet, sie wären gar nicht mehr zuständig, sondern die neue Hausverwaltung. 

Apropos neue Hausverwaltung: Sehr positiv von den über 100 Mieter:innen aus den 417 Wohneinheiten aufgenommen wurde, dass der Geschäftsführer Ulf Clauß, von der neuen Hausverwaltung Dr. Clauß & Sohn GmbH mit auf dem Podium Platz genommen hat und versprach, in ein paar Wochen – nach der notwendigen Einarbeitung und mit dem daraus entstandenen Überblick auf die Situation in der Staakener Immobilie der Schweizer Empira AG respektive ihrer Luxemburger Tochter Arz8 PropCo S.à.r.L – wieder bei einer Mieterversammlung dabei zu sein. 

Nicht minder positiv aufgenommen wurde Spandaus Sozialstadtrat Gregor Kempert, der die Versammlung vor einer Woche im Gemeindehaus darin bestärkte, den – wie immer – sachlich und fachlich fundierten und im Interesse der Mieterschaft engagierten Argumenten von dem Mieterberater in unserem Stadtteil, Marcel Eupen, zu folgen, und entsprechend Widerspruch zu leisten.

Gleichzeitig hat Gregor Kempert auf die Ängste der Betroffenen, in finanzielle Schieflage geraten zu können, reagiert, mit Verweis auf die Möglichkeiten, für einmalige Zuschüsse oder Darlehen von Jobcenter oder Sozialamt via Bürgergeld, Wohngeld oder Härtefallfonds.

Gerade rechtzeitig kommt dafür der Start des neuen Beratungsangebots, des Gemeinwesenvereins Heerstraße Nord, das finanziert von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, im Rahmen des Netzwerks der Wärme in Spandau, sowohl Information, Rat und aktive Unterstützung bei der Antragstellung für finanzielle Hilfen bietet.

So heute Abend – speziell für die Mieter:innen von Pille 1 bis 21 – quasi als einziger Tagesordnungspunkt des Treffens der Mieter- / Einwohnerinitiative wie immer dienstags ab 17.30 Uhr in den Räumen des Familientreffs Pi21 im Erdgeschoss des Hochhauses.

Danach findet die Soziale & Energieberatung – inkl. Hilfe bei Antragstellung –jeden Donnerstag von 14-18 Uhr im Stadtteilzentrum Staakentreff Obstallee 22E statt. ( siehe Beitrag vom 19. Januar auf staaken.info)

Übrigens, noch ein Lob: Für die noch junge Einwohnerinitiative Pille 1-21, die mit Hilfe der Mobilen Stadtteilarbeit MOST des Gemeinwesenvereins und mit dem guten Rat von Marcel Eupen vom AMV, einen Riesensprung gemacht hat und inzwischen so gut wie wirklich alle Mieter:innen der ungeraden Aufgängen des Pillnitzer Wegs 1 bis 21 erreicht.

Auf dem Podium der Mieterversammlung vom 17. Januar, v.l.n.r.:
Gerlinde Pacht, Initiative Pille 1-21 | Marcel Eupen AMV | Sozalstadtrat Kempert | Ulf Clauß + Mitarbeiter der neuen Hausverwaltung

 

Auch noch lange nach der Versammlung dicht umringt, das Podium der Expert:innen

 

Zum Nachlesen auf staaken.info:
Versammlung wg hoher Betriebskosten v. 13. Jan. 2023 (inkl Muster f. Widerspruch)
Fehlerhafte Betriebskostenabrechnung v. 10. Jan.2023

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