Der Superwahltag 2021 im Quartier der Großwohnsiedlung:

Unter & Über dem Durchschnitt …

Nun sind sie jederzeit nachlesbar, die detaillierten Ergebnisse der Abstimmungen pro Stimmbezirk gleich Wahllokal am Superwahltag 2021. Ganz besonders auf staaken.info im Fokus: die Wahlbeteiligung. Berlinweit mit 75,7% im Vergleich zur Abgeordnetenhauswahl 2016 ein Anstieg von über 8%-Punkten. Das absolute Gegenteil, bei uns im Kiez, der Stimmbezirk 05408 in der Kath. Kolbe-Kirche, dort ist die Wahlbeteiligung um 8 Prozentpunkte gesunken, so dass noch nicht mal jede(r) dritte Wahlberechtigte das Wahlrecht in Anspruch genommen hat.

Aber es geht sogar noch niedriger: Nämlich – fast schon traditionell – im Stimmbezirk 05527, das sind alle Wohneinheiten der geraden Hausnummern am Blasewitzer Ring. Dort kommt man, trotz eines kleinen Zuwachses (im vgl. zu 2016) von 2,1 Prozentpunkten gerade mal auf eine erschreckend niedrige Wahlbeteiligung von 30,5%.

Dafür – nicht minder „traditionell“ – wurde dort in dem Wahllokal im Raum 25  der Christian-Morgenstern-Grundschule, mit über 20% Stimmen für die AFD, ein weitaus überdurchschnittliches Ergebnis für die Partei festgestellt, die absolut nicht die Interessen vertritt, der Wählerschaft aus den langgestreckten Wohnriegeln an der Ostkurve des Rings, die mehrheitlich auf geringe Einkommen bzw. Transferleistungen zurückgreifen kann.

Die Wahlbeteiligung bleibt insgesamt in allen Stimmbezirken im Dreh der Großwohnsiedlung – selbst sogar in den drei  Wahllokalen der Grundschule am Amalienhof, mit vielen Einfamilien- und Reihenhäusern im Einzugsbereich –  mit Abstand unter der 50% Linie und somit weit unter dem Berliner Durchschnitt, wo rund drei Viertel der Wahlberechtigten auch per Brief oder Urnengang ihre Stimme abgegeben haben. 

Besonders bemerkenswert sind übrigens die Ergebnisse der Abstimmung über den Volksentscheid zur Vergesellschaftung von Wohnbeständen großer Immobilienkonzerne:

Über zwei Drittel JA-Stimmen in den Stimmbezirken 5408 (Maulbeerallee 1-45) mit 67,6% und dem Stimmbezirk 5527 mit sogar 70,9% aus den Wohnungen auf der geraden Seite am Ring aber auch, nur knapp darunter, mit 65% Zustimmung zur Enteignung, der Stimmbezirk 5421 mit dem Wahllokal im Pi8-Gemeindesaal. 

Da müsste es doch auch bei den „großen Wahlsiegern“ heftig klingeln, da die sich ja eher mit rund einem Viertel der abgegebenen Stimmen zufrieden geben mussten.

Zwei Wege führen zum Ziel, um auf der Webseite  – www.wahlen-berlin.de –die Ergebnisse aus den Stimmbezirken zu erfahren:
1. Sie geben dort rechts in der Spalte „Gebiet suchen“ die vierstellige Nummer des jeweiligen Stimmbezirks ein
• einem der 4 in der „Morgenstern“: 5427 | 5514 | 5521 | 5527
• der drei aus der GS am Amalienhof: 5526 | 5506 | 5519
• dem Stimmbezirk 5520 im Wahllokal Kulturzentrum
• dem Stimmbezirk 5408 in der „Kolbe-Kirche“
• dem Stimmbezirk 5421 Gemeindesaal Pillnitzer 8
• dem Stimmbezirk 5422 Kita Pillnitzer Weg

oder 

2. nach klick auf „Ergebnisse nach Wahlbezirk“
geben Sie die jeweilige Adresse mit Hausnummer und PLZ ein.

Oben auf der Navigationsleiste kann sowohl Abgeordnetenhauswahl „AGH“, die „BVV“-Wahl, die Wahl zum Bundestag „BT“ oder der „Volksentscheid“ zur Ergebnispräsentation auswählen

 

 

4 Gedanken zu “Unter & Über dem Durchschnitt …

  1. Hier liegt Herr Wanke aber deutlich daneben, aber ohne Wissen um meine berufliche Stellung wäre sein Kommentar sicherlich anders ausgefallen.
    Noch einmal ganz deutlich: Was ich hier als Kommentar wiedergegeben habe, ist sicherlich auch meine Meinung, basiert aber zu 100 % auf den in der erwähnten Studie dargestellten Fakten, einschließlich der Erwähnung des politischen Willens. Aber ich denke mal, Herr Wanke hat diese Studie auch gelesen.

  2. Es hilft nicht den einen gegen den anderen Bewohner auszuspielen. Oder sollen die 80 % wegziehen. Ich akzeptiere viele andere Meinungen, aber diese nicht. Anstatt so eine Ausgrenzung zu schaffen, sollte Herr Keller lieber das Versagen der Politik bekämpfen. Aber als ehemaliger Beamter muss er ja weiterhin dem Staat dienen. Und damit auch die Untätigkeit der Politiker unterstützen. Oder??

    Und zum Verständnis: Was steht denn in der Studie des FV drin?

  3. So traurig, wie diese statitischen Daten machen, aber wer den Kiez einigermaßen kennt, der muss sich doch nicht ernsthaft wundern! Ich gehe aber mal davon aus, dass diese oder ähnliche Ergebnisse in allen Berliner Großsiedlungen ähnlich sein werden. Denn die Feststellungen einer Studie, die vor Kurzem vom Förderverein verbreitet wurden, kamen zu dem Ergebnis, dass eine günstigere Bewohnermischung politisch nicht gewollt ist. Und solange das so ist, so lange leben hier auch die vielen (80 %) Mieter, die Transferleistungen beziehen. Dem Ruf aller Kiezmieter tut das allerdings in der Gesamtheit nicht gut.

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