Beschlossene Sache - beiderseitige Verlängerung der U7 hat Präferenz

In Aussicht: „Endstation Heerstraße“ …

… zugegeben, es wird – nach dem positiven Senatsbeschluss vom Dienstag  – noch etliche Jahre dauern, bis an der Heerstraße Ecke Magistratsweg aus den Lautsprechern ein „Endstation bitte alle aussteigen“ ertönen kann. Aber es hat ja schließlich vom Anfang der 70er Jahre – da wurde gerade s. Foto oben die Kreuzung neu umgestaltet und das Gelände vorbereitet für die Großbauten an Obst- und Maulbeerallee  – bis heute gedauert, dass die seinerzeit schon im 200 km Plan aufgeführte Verlängerung der U7 vom Rathaus bis hierher, ernsthaft in Angriff genommen wurde.

Und daran sollten sich nun alle Politiker:innen – vor allem der Parteien die in dieser langen Zeit an den Stadtregierungen beteiligt waren – in Demut erinnern, bevor sie sich nun  die aktuelle Senatsentscheidung im schon laufenden Wahlkampf an ihre Brust heften.

Aus den von der Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) beauftragten Machbarkeitstudien zu einseitigen Streckenverlängerungen der U6 und U8 sowie der U7 auf beiden Tunnelseiten erhielt hinsichtlich Plan- und Baukostenschätzung, potentieller Fahrgastzahlen und Einsparmöglichkeiten bei Busverkehr nur die Verlängerung der U7 von Rudow zum BER und vom Rathaus Spandau bis zur Heerstraße / Magistratsweg eine insgesamt positive Bewertung, die zu dem Senatsbeschluss führte, in die konkrete Planung zu gehen. Quasi außer der Reihe wurde auch der Lückenschluss der U3 von Krumme Lanke bis zur S-Bahn am Mexikoplatz befürwortet.

Auf insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro werden beide U7-Vorhaben derzeit geschätzt, wobei es für den Spandauer Part noch drei Varianten gibt: Die mit 480 Mio billigste, kürzeste, alte Planung, vom Rathaus geradezu unter der Wilhelmstraße und dann entlang der Heerstraße; den Mittelweg mit einem kleinen Schlenker über den Földerichplatz. Vom Senat bevorzugt, weil mit der höchsten Fahrgastprognose, die mit 580 Mio teuerste und mit knapp über 4 km längste Variante mit fünf neuen Bahnhöfen, an Seeburger/ Ziegelhof, auf der Pichelsdorfer zwischen Adam- und Weverstraße, Heerstr. / Gatower, dann  Heer- / Sandstraße und am Schluss Heerstraße Ecke Magistratsweg.

Wie immer ist es in erster Linie eine Frage des Geldes. Deshalb steht als erstes eine zwei bis drei Jahre andauernde tiefgehende Kosten-Nutzen-Analyse auf dem Programm, die bei einem positiven Ergebnis zu eine Bundesbeteiligung bis zu 80% an den Kosten der über 12 km langen U7-Neubaustrecken führen kann.

Insgesamt und wenn’s gut läuft – so die Verkehrssenatorin Günther auf der Pressekonferenz am Dienstag – muss man mit zwölf bis 15 Jahren Planungs- und Bauzeit rechnen. 

Ein bisschen Geduld, bis in die zweite Hälfte des nächsten Jahrzehnts. sollte man also schon aufbringen, bis das eingangs erwähnte „Endstation Heerstraße , bitte alle aussteigen“ zu hören sein wird. Und wenn das mit der Kosten-Nutzen-Analyse nicht so gut läuft, dann fahren halt unsere Kinder und Kindeskinder so lange es geht, weiter mit dem Bus.

 

 

  1. Die Lösung ist richtig, aber dennoch zu im wahsrskurz gedacht. Wo sollen die vielen Pendler hin? Am Magistratsweg müsste ein großes Parkhaus errichtet werden, wenn wirklich auch eine Erleichterung/ Entlastung für den Verkehr auf der Heerstraße beabsichtigt ist.
    Müsste nicht eigentlich eine Verlängerung bis zur Stadtgrenze erfolgen und dort genug Raum für Pendler geschaffen werden?

    Für die Siedlung ist die Anbindung gut.

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