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Veranstaltung 70 Jahre Menschenrechte

Wenn nicht hier, dann nirgendwo

Veröffentlicht am 19. 12. 2018

Wo beginnen die universellen Menschenrechte? An kleinen Orten nahe dem Zuhause (…) Die Nachbarschaft, in der wir leben, die Schule oder Universität, die wir besuchen, die Fabrik (…) oder das Büro in dem wir arbeiten. Das sind die Orte wo jeder Mann, jede Frau und jedes Kind gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Würde ohne Diskriminierung sucht. Wenn diese Rechte hier nicht gelten, gelten sie nirgendwo.

Von diesen Worten, von Eleanore Roosevelt, der Vorsitzenden der UN-Menschenrechtskommission die vor 70 Jahren die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verfasste, ließ sich die AG Vielfalt und Toleranz der Stadtteilkonferenz Heerstraße leiten und lud am 10. Dezember zu einem Abend mit Infos, Vortrag, Musik & Film, zu Aktion und Austausch in das Stadtteilzentrum an der Obstallee ein.

Denn schließlich sind Großwohnsiedlungen am Stadtrand – wie nach der Begrüßung durch die Sprecherin der Stadtteilkonferenz Nakissa Imani Zabet vom QM-Team Heerstraße, von Thomas Streicher, dem Ehrenamtskoordinator des Gemeinwesenvereins in seiner kurzen Einleitung betont wurde – eigentlich überall auf dieser Welt große Sammelbecken für viele Menschen unterschiedlicher nationaler, kultureller, religiöser und sozialer Herkünfte und Ausrichtungen. 

Und auch wenn hier am westlichen Stadtrand Berlins es weder besondere Auffälligkeiten gibt bezüglich Kriminalität noch wegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung oder Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen, so gibt es doch auch „den einen oder anderen unschönen Vorfall von Ausgrenzung und Missachtung wie auch an manchen Aufgängen sichtbare Spuren von zugeklebten Briefkästen, Namensschildern bei fremd klingenden Namen“.

Vor allem aber, so Thomas Streicher, ist es „trotz vieler Angebote von Interkulturellen Treffs, von Begegnungen und Austausch“ noch ein gutes Stück Weg zu überwinden „vom friedlichen Nebeneinander zum aktiven Miteinander“ im Stadtteil.

Daher wurden auch aus der Vielfalt von Jugend-, Frauen-, Familien-, Freizeit- und Seniorentreffs, von nachbarschaftlichen Initiativen oder kulturell bzw. religiös orientierte Gruppen ganz speziell Vertreter*innen angesprochen, um jeweils den Kern zu bilden für eine „gruppenorientierte Tischrunde“. Die dann unter sich aus einer an jedem Tisch gleichen Auswahl von Begriffen, die Werte bestimmen, die aus ihrer Sicht, die fundamental wichtigen Grundsätze und Ziele für ein Zusammenleben in den Nachbarschaften darstellen sollen, über alle Unterschiede von Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Sprache, Anschauung, Kultur oder sozialen Status hinweg.

Die Impulse davor gab es an dem Abend nicht nur via Vortrag, der auch deutlich hervorhob, dass gerade in der Kernregion Mitteleuropas, mit Jahrhunderten voller verheerender Kriege, die Charta der Menschenrechte wesentlich mit dazu beigetragen hat, zu „70 Jahren Abwesenheit von Krieg“.

Passende Impulse zum Thema und für die Aktion in den Tischgruppen gaben zwei Filmclips der Initiative #darüberreden von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und vor allem ein speziell von Asmahan Er für die Veranstaltung produziertes 8 Minuten-Video, in dem junge und ältere Menschen unterschiedlicher Herkünfte darüber redeten, wie „Wohl oder unwohl“ sie sich in ihrer Nachbarschaft bei uns im Stadtteil fühlen.

Und zwischendurch kurze Auftritte der musikalischen Vielfalt aus dem Stadtteil, von Saher mit kurdischen Liedern an der Saz, mit HiHop-Lines von GeeZee vom Projekt Voices from the Bloxx beim Kulturzentrum Staaken und mit rockig-bluesigen Songs an Gitarre und Mundharmonika, von Gerd Uszkoreit, der u.a. auch als Ehrenamt Gitarrenkurse im Stadtteilzentrum gibt.

Am Ende dann – nach getaner „Arbeit“ an den sechs großen Tischrunden, mit intensiven Diskussionen und Interpretationen über Begriffe, von Toleranz, Respekt und Würde bis Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein und Loyalität .. gab es dann endlich auch Stärkung vom vielfältigen Buffet mit überwiegend „leckeren Mitbringseln“ aus den Gruppen und Initiativen, bei der von Partner für Demokratie in Spandau aus dem Programm Demokratie leben! unterstützten Veranstaltung 

Doch zuvor noch den Rundgang aller Gäste und Mitwirkenden von Tisch zu Tisch wo die jeweiligen Top-Werte präsentiert und erklärt wurden, von Jugendlichen vom Jungs- bzw. Mädchentreff von Staakkato, von den schon eher Gesetzteren aus der Nachbarschaftsgruppe von Nebenan, vom interkulturell-christlichen Gottesdienst und Abraham Projekt, aus dem Quartiersrat oder Familientreff, vom offenen Frauentreff aus dem Kiosk–aller.Hand.Arbeit am Loschwitzer Weg oder von den Frauen mit überwiegend türkischer oder arabischer Herkunft vom Alphabet e.V. der Quartiersrätin Serap Kurt.

Und statt eines Schlusswortes gab es bei der Veranstaltung im Rahmen vom Interkulturellen Treff des Gemeinwesenvereins und dem Willkommensprojekt im Familienzentrum noch drei Minuten Film aus Dänemark, der zeigt, wie einfach es sein könnte, die Vielfalt und das Anderssein, wie auch die verschiedenen Gepflogenheiten und Eigenheiten von Einzelnen oder Gruppen in der Gesellschaft zu akzeptieren und respektieren.

 

 

 

Begrüßung durch Nakissa Imani Zabet als Sprecherin der Stadtteilkonferenz

 

Kurdische Lieder von Liebe und Freiheit – Saher an der Saz

 

kurze Filmclips #darüberreden

 

Rhythmische Raplines über das Leben in den Nachbarschaften der Bloxx, von GeeZee

 

Video mit Interviews und Statements aus dem Stadtteil

 

Blues und Songs von Bob Dylan & Co von Gerd Uszkoreit

 

 

Bilder ohne Kommentar und Beschreibung von der Diskussion und der Präsentation an den Tischen:

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Wenn nicht hier, dann nirgendwo

  1. Hans-Jürgen Wanke sagt:

    Eine sehr wichtige und darüberhinaus gelungene Veranstaltung. Für mich hat sie den Wusch nach einem friedvollen Zusammenleben noch verstärkt.
    Und liebe Kiezmitbewohner: Kommt zu solchen Veranstaltungen und fördert das Miteinander, denn: WIR LEBEN ALLE AUF DIESER WELT,SONST WÄREN WIR NICHT DARAUF.

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