Stiftungswoche und Tag der offenen Tür im Jonas Haus

„Wo die Vögel so schön quietschen“…

Beim Tag der offenen Tür Prof. Dr. Angelika und eine ihrer Stammgäste
Beim Tag der offenen Tür Prof. Dr. Angelika Bier und eine ihrer Stammgäste

.. ist nicht nur die kleine Selina gerne, denn es wird viel geboten für Kinder und Jugendliche, in der alten Dorfschule, dem Jonas Haus. Nur eines ist dort völlig überflüssig: ein Schild „Heute geschlossen“.

Das macht den Wirkungsort der Stiftung Jona in der Staakener Schulstraße einzigartig: Die Türen sind für Lernprojekte und Freizeit an wirklich jedem Tag im Jahr, ob Neujahr, Osterfeiertag, 1. Mai oder Heiligabend  weit geöffnet für Jungs und Mädchen aus der näheren und weiteren Umgebung.

 

Stoff erarbeiten und begreifen – das Grundschulprojekt
Wochentags und nur außerhalb der Ferien kommen zu außerschulischem Unterricht und Projektarbeit Schulklassen von einer der acht Spandauer Grundschulen, den Kooperationspartnern im Grundschulprojekt des Jonas Haus. Hier können Sie in kleine Gruppen aufgeteilt die von Lehrplan und Pädagogen vorgegebenen Projektthemen sich im wahrsten Wortsinne erarbeiten und den Unterrichtsstoff „be-greifen“ durch handwerkliches und kreatives Schaffen in Holz- und Metallwerkstatt  oder durch Malen, Formen und Töpfern die Lösungen künstlerisch bilden.

Und jeder dieser Schultage außerhalb des Schulalltags im Dorfschulhaus der Jona Stiftung endet damit, dass gemeinsam gekocht und gegessen wird, ehe die Arbeitsgruppen sich gegenseitig ihre Ergebnisse präsentieren. Oft wird dann die Zeit für den Heimweg recht knapp, wovon die hübschen frisch gebrannten Figuren neben dem Töpferofen zeugen, die nach dem Besuch einer Klasse der „Christian-Morgenstern“ noch darauf warten abgeholt zu werden.

Seit 2011 ist das Grundschulprojekt, das von Prof. Dr. Merkens und seinen Studenten der FU Berlin wissenschaftlich begleitet wird, im Bezirk und bei den beteiligten Grundschulen so etabliert, dass kein Schulwochentag mehr ungebucht bleibt. Die Versuche zwei Schulklassen aus zwei Schulen an einem Vormittag zu bewältigen sind recht bald wieder eingestellt worden. Das brachte zuviel Unruhe und schränkte für alle Beteiligten die Nutzung der vielfältigen Module ein, wie die Stiftungsgründerin und Leiterin des Jonas Haus Prof. Dr. Angelika Bier betonte.

Obwohl von Schulen und Bezirksamt  mehr als nur geschätzt, ist der Fortbestand der Schulprojektarbeit für die Grundschulen derzeit nur noch bis Ende 2015 durch eine Ausfallfinanzierung des Bezirks gesichert.

Wie beim Kulturzentrum Gemischtes hat das Ende von „Aktionsraum Plus“ zum Jahreswechsel auch die Finanzierung des Grundschulprojektes im Jonas Haus gefährdet, denn im Nachfolger „Netzwerkfonds“ durfte das Projekt nicht mehr finanziert werden, weil das alte Dorfschulhaus nun mal nicht in einem dem Quartiersmanagement unterliegenden Gebiet liegt sondern „nur“ im Einzugsbereich zwischen den QM-Quartieren vom Falkenhagener Feld und Heerstraße. Was mit dem Projekt ab 2016 wird ist so trotz aller Bemühungen und Anträgen bislang noch völlig offen.

Unterrichtsstoff auf dem Tablet serviert
Außerhaus zu drei Spandauer Grundschulen (Astrid-Lindgren-Gs, Konkordia-Gs, Gs am Amalienhof) gehen die Jonas-Mitarbeiter/innen des Medientrainings und bringen dabei immer einen Klassensatz an Tablets mit um Lehrern und Schülern den Einsatz von neuen Medien im Unterricht und mit praktischen Hilfestellung gerade von Tablets nahezubringen. Grundlage ist ein Konzept, das zusammen mit Prof. Schädler von der Ev. Hochschule Berlin entwickelt wurde.

Integration erleichtern – Vorschule für Flüchtlingskinder
Jonas-Haus-0415_Vorschul_00Mit einem eigenen Raum im Jonas Haus ausgestattet ist das neueste Projekt, der Vorschule für Kinder von Familien aus Irak, Afghanistan, Syrien, die seit Februar vormittags per Kleinbus von der Motardstraße in die Staakener Schulstraße kommen. „Wir betreten da Neuland“, sagt Frau Prof. Bier, denn es gibt dafür weder Erfahrungen noch Konzepte.

So wird – und auch das zeichnet Jonas Haus aus – neben dem Grundschul- und Medienprojekt auch die „Vorschule für Flüchtlingskinder“ wissenschaftlich beraten und begleitet. Frau Prof. Naujok ( Sprache/Kommunikation, Kindheitspädagogik) und Frau Prof. Wihstutz (Soziologie und elementare Pädagogik) beide von der Ev. Hochschule Berlin, bringen ihre Kenntnisse ein um Ansätze zu entwickeln für die besonderen Ansprüche der Sprachförderung, des interkulturellen Lernens und des Vermittelns von grundlegenden Kenntnissen der Kulturen, Umgangsformen, von Symbolsystemen, Verkehrsregelungen und und und der „Aufnahmegesellschaft“.

Für das Jonas Haus selbstverständlich endet auch der Vorschultag mit einem gemeinsamen Essen. Und, wie am vergangenen Freitag beim Tag der offenen Tür im Rahmen der Berliner Stiftungswoche, kamen aus der Motardstraße Väter, Mütter und Geschwisterkinder der der derzeit sieben Vorschüler/innen um noch den nachmittäglichen offenen Freizeitbereich mit Boulderwänden, Sport- und Spielplätzen oder dem kleinen Parcours für Verkehrstraining zu nutzen.

An 365 Tagen im Jahr ist ab 13.30 Uhr der Freizeitbereich geöffnet und beginnt für viele auch erstmal mit dem Kochen und genießen einer gesunden und frischen Mahlzeit und schon viele der gut 50-70 Stammgäste haben, da an jedem Tag geöffnet, im Jonas Haus schon mal ihren Geburtstag gefeiert.

Machbar wäre das alles nicht ohne die nimmermüde Kreativität beim Suchen und Finden von Finanzierungen, Fördergeldern, Sponsoren, Spenden und Lösungswegen, sowie dem Einsatz von Ehrenamtlichen und den aktiven FSJ-lern*, die unter dem Dach der ehemaligen Dorfschule in einer 8er WG zusammenleben. (*FSJ Freiwilliges Soziales Jahr)

Unterstützen kann man die Arbeit des Jonas Haus und der 2005 gegründeten Jona Stiftung als zahlendes Mitglied (Mindestbeitrag 30 EUR pro Jahr) des Fördervereins Jona’s Freunde e.V.

Jona’s Haus
Jona’s Freunde e.V.
Schulstraße 3
13591 Berlin

www. jona-staaken.de
info@jona-staaken.de

 

 

 

 

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