Wirtschaftsprüfer verweigern Testat für den Jahresabschluss:

Adler Group im Sturzflug

Es reisst nicht ab, mit den schlechten Meldungen in diesen Tagen, von und über die Gesellschaften mit Besitz an umfangreichen Wohnungsbeständen in der Staakener Großwohnsiedlung: Nach Empira/Arz8 PropCo mit Vernachlässigungen bzw. vorgegaukelten Putz- und Aufräumaktionen und der kommunalen Gewobag mit erfindungsreichen Ausflüchten, ist nun die Adler Group dabei, “den Vogel abzuschießen”. Denn nur wenige Tage nach ihrer – sich selbst von allen Vorwürfen freisprechenden Pressemitteilung – verweigert die KPMG das Wirtschaftsprüfer-Testat für den verspätet vorgelegten Jahresabschluss 2021 und der Aktienkurs geriet in freien Fall, bis nahe ran an den “Pennystock”.

Einen tüchtigen Sinkflug hatte der Immobilien-Adler bereits Anfang Oktober 2021, als der Finanzinformationsdienst Viceroy des Shortsellers Fraser Perring über Unregelmäßigkeiten und “private Großanleger bevorteilende Deals” sowie Überbewertungen der Bestände und Projekte der Adler Group berichtet.

Kurze Erholung gab es nach Verkäufen von Immobilienbeständen des aus ADO Properties, Adler Real Estate und Consus zur Adler Group fusionierten Unternehmens und dem mehr oder weniger “freundlichen” Einstieg des Branchenriesen Vonovia. Dagegen wirkte aber negativ, die Verschiebung der Veröffentlichung des Jahresabschlusses auf Ende April, aufgrund der noch laufenden Untersuchung der o.g. Vorwürfe durch eine Sonderkommission der KPMG. 

Am 21. April hat der Adler Group-Verwaltungsratschef Stefan Kirsten (ehem. Vonovia-CFO u. bis Feb.2022 Aufsichtsrat der Vonovia Finance B.V.) noch als vermeintlichen Befreiungsschlag verkündet, dass die Sonderuntersuchung der KPMG keine Anhaltspunkte gefunden hätte, für den Vorwurf von “betrügerischen oder die Gesellschaft ausplündernden Transaktionen mit angeblich nahestehenden Personen”. 

Doch in Fachkreisen war eher klar – was nun mit der Verweigerung des Testats für den Jahresabschluss offensichtlich ist – die Kommission konnte keine Beweise finden, weil ihnen die entsprechenden Informationen und Unterlagen nicht vorgelegt worden sind.

Und die Extra-Abschreibungen, die zum  Verlust von 1,2 Milliarden (!!) Euro in der nicht-testierten Bilanz 2021  geführt haben, weisen deutlich darauf hin, dass die Bewertung der Immobilienbestände wohl doch weit über dem realen Wert gelegen haben.

Vielleicht ist jetzt das Unternehmen überreif für die Übernahme “ganz oder gar” durch Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia.

 

zum nachlesen:
Vonovia greift nach Adler Group v. 22. Februar 2022

 

 

 

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