Schön sauber bleiben in Staaken …

sollen aber nicht die nigelnagelneuen Müllkästen – sondern das möglichst weitläufige Drumherum! Seit Donnerstag 1. Juli hängen schon mal zehn des ersten Dutzends der orangefarbenen Müllkästen, deren Anschaffung und Montage von der Anwohnerschafts-Initiative Bunt und Sauber in mehreren Austauschrunden mit Wohnungsgesellschaften, Hausmeister- bzw. Reinigungsdiensten sowie der BSR angeregt und – neben den Sperrmülltagen – als erste Maßnahme gegen die Vermüllung im Kiez gefordert und umgesetzt wurden.

Mit Unterstützung von Gemeinwesenverein Heerstraße Nord und der Ev. Kirche zu Staaken hat die Initiative erreichen können, dass  die Anschaffung der Kästen mit Ascher und inklusive der auffälligen orangene Folie plus Beschriftungen über das Bezirksamt Spandau aus dem Fördertopf „Sauberes Berlin“ finanziert werden konnte.

Für die Anbringung hat die Gewobag (vorerst noch „nur“) auf ihrem Areal rund um die Wohntürme an Staaken-Center und Stadtteilzentrum an der Obstallee – aber stets nahe bei den Sitzgelegenheiten –  gesorgt und hat auch zugesagt, die Kosten für die regelmäßige Leerung zu tragen.

Bislang noch quasi ein Pilotprojekt wird erstmal noch geschaut was die neuen Kästen bringen, ehe man dann daran gehen kann auch im weiteren Rund der Großwohnsiedlung – und in Kooperation mit anderen Wohnungsgesellschaften – mehr Staakener Sauber Bleiben-Kästen anzuschaffen und aufzustellen.

Auf jeden Fall – wie im Hintergrund zu sehen – ausgetauscht  gegen einen Neuen ist auch der sagenhafte „hässlichste und ekligste Abfallbehälter“ an der Säule unter dem Dach der Passage zwischen Stadtteil- und Staaken-Center (s. Ein klares JA für Kippen da rein! v. 4.3.2021) und bereits nach wenigen Stunden  konnten an und in den neuen Behältern schon die ersten Spuren von ausgedrückten Zigarettenkippen und tüchtiger Einwurf von Trinkbechern und Verpackungsmüll festgestellt  werden. 

 

Übrigens wie unterschiedlich Wahrnehmungen und „Erinnerungen“ sein können, zeigt ein kleiner Ausschnitt einer Stellungnehme der Gewobag zur Anfrage der Berliner Abgeordneten Franzsiska Leschewitz und Dr. Michail Nelken (die Linke) zu „Andauernde Missstände in Wohnanlagen der Gewobag in Heerstraße-Nord“ 

Dort heißt es zu Punkt 13 u.a.: … „So hat die Gewobag eine Projektgruppe mit Mietervertretenden eingerichtet, in der gemeinsam Maßnahmen für mehr Ordnung und Sauberkeit in den Quartieren erarbeitet werden.“ 

Wer hätte das gedacht, die Initiative Bunt und Sauber von Anwohner:innen gegen die Vermüllung im Kiez ist also ein Kind der Gewobag und das obwohl die Gewobag noch bei den ersten Veranstaltungen und Aktionen zum Thema überhaupt nicht beteiligt war. Super!*

*RICHTIGSTELLUNG:

Anmerkung vom QM angesichts der unklaren/missverständlichen Formulierung in der Gewobag-Antwort auf die genannte Anfrage aus dem Abgeordnetenhaus —
Zitat, Gewobag, e-mail vom 5. Juli an das QM:
„Die in der der Drucksache 18/27 776 „Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Franziska Leschewitz und Dr. Michail Nelken (LINKE)“ zu Frage 13 genannte Projektgruppe bezieht sich nicht auf die „Initiative Bunt und Sauber“. Wir begrüßen das Engagement der Beteiligten sehr, unterstützen hier auch gern. Aber es liegt uns fern, den Erfolg für uns zu verbuchen.
In der Anfrage wurde Bezug genommen auf eine bei der Gewobag eingerichtete Projektgruppe, in der KollegInnen der Gewobag mit MietergremienvertreterInnen und Sachverständigen zum Thema Sperrmüll und Sicherheit gemeinsam Maßnahmen entwickeln und umsetzen.“

Doch zu den Anfragen der beiden Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses und den Antworten von Senat und Gewobag gibt es demnächst mehr auf staaken.info.

3 Gedanken zu “Schön sauber bleiben in Staaken …

  1. Sehr geehrter Herr Wanke,

    in der Projektgruppe der Gewobag sind die Quartiere (auch unserer) durch Vertreter der von den Mietern der Gewobag gewählten Mieterbeiräte vertreten. Somit findet hier von Anfang an eine Beteiligung der Bewohner verschiedener Quartiere der Gewobag statt.

    Die Arbeit in dieser Gruppe ist sehr konstruktiv und ergebnisorientiert. Natürlich kann Niemand den Zustand, der in vielen Jahren gewachsen ist, mit dem Winken eines „Zauberstabs“ wieder Rückgängig machen.

    Hier bedarf es vieler Schritte und eventuell auch Rückschritte, bei denen man jedoch hartnäckig dabei bleiben muss. Unsere Initiative „Bunt und Sauber“ kann genauso wie die Projektgruppe der Gewobag hier nur ein Motor des Anstoßes sein. Letztendlich müssen die Bewohner des Kietzes als Gesammtheit ihr Verhalten ändern, sonst wird sich nichts verbessern.

    Wenn sie Fragen zu der Arbeit von „Bunt und Sauber“ oder zu der Projektgruppe der Gewobag haben, können sie mich gerne ansprechen:

    mieter-gewobag-heerstrasse-nord@gmx.de

    Mit freundlichen Grüßen
    Sven Winter

  2. Sowohl der Artikel und auch der erste Kommentar machen deutlich, dass das Thema „Sauberkeit und Sicherheit“ von der Gewobag (von den anderen Gesellschaften hört man selten etwas) in seiner ganzen Komplexität nur durch irgendwelche Gesprächsrunden behandelt wird. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, dass die Probleme vor Ort bestehen und dabei jedes Wohnquartier anders aufgestellt ist.
    Wer sind denn eigentlich die Gesprächspartner in dieser „Projektgruppe, in der KollegInnen der Gewobag mit MietergremienvertreterInnen und Sachverständigen zum Thema Sperrmüll und Sicherheit gemeinsam Maßnahmen entwickeln und umsetzen.“?
    Theoretisch kann man natürlich versuchen alles zu entwickeln. Aber spätestens bei der Umsetzung muss man wieder die Quartiere einbeziehen. Richtig wäre es zuerst die Bewohner zu beteiligen.
    Die Initiative“ Bunt und Sauber“ hatten einen guten Weg
    begonnen.
    Zum Schluss: Als guter Kenner des Quartier Heerstraße und früher beruflich mit dem Thema Abfallvermeidung und – Entsorgung beschäftigt,
    behaupte ich das die vorhandenen Lösungsvorschläge zu den angesprochenen Themen nur ernsthaft umgesetzt werden müssen.
    Den Bewohnern müssen die Konsequenzen aus falschem Handeln aufgezeigt und gleichzeitig auch von den Wohnungsbaugesellschaften eine Unterstützung für richtiges Handeln angeboten werden.
    Und zuletzt auch finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, die nicht gleich wieder im Umlageverfahren auf die Mieter verlagert werden.
    Ich sage immer Eigentum verpflichtet, auch zur Gestaltung des Wohnungsumfeld. Innen wie Außen.

  3. Es mag ja nett und schön aussehen, wenn sich Initiativen und eventuell auch die Gewobag um das Aussehen in unseren Grünanlagen kümmern.
    Wie sieht es denn in den Häusern aus? Wer ist dort zuständig und sorgt für die Einhaltung der Hausordnung?
    Hier sind einige Mieter zu faul ihren Müll ordnungsgemäß im Müllbehälter zu entsorgen. Sie legen ihn lieber unter Kellertreppen, in Kellergängen oder Kellervorräumen ab.

    Das Problem für mich ist hierbei: Dieser Zustand geht bereits über viele Jahre und der Gewobag ist das Thema garantiert nicht unbekannt, denn die Rechnung für die Sondermüllabfuhr erscheint jährlich als Posten der Betriebskostenabrechnungen.
    Weshalb wird hier nichts unternommen, um diesen Zustand in den Griff zu bekommen.Es müsste eigentlich im Interesse der Gewobag sein, die Mieter nicht ständig der Gefahr ausgesetzt zu sehen, eine möglichen Rauchvergiftung ausgesetzt zu sein oder infolge defekter Anlagen die Sicherheit der Rettungswege zeitweise behindert zu sehen.
    Schwerpunktmäßig hätte die Gewobag hier schon lange etwas – aus meiner Sicht – unternehemn müssen. Das Auslagern von Verantwortung spielt hier sicher auch ein wichtiges Thema.

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