Literaturtreff von Medienpoint/Kulturring e.V.

Unerhörtes auf dem Bürgersteig

Stellte Die Unerhörten vor, Friedhelm Feller-Przybyl

Ein wirklich gelungener Auftakt für eine tolle Idee von Kulturring e.V. und Gemischtes:  die Lesungen im Sommer auf den Bürgersteig zu verlegen. Fünf Autorinnen und Autoren der Gruppe „Die Unerhörten“ haben mit ihren abwechslungsreichen humorvoll bis satirischen Texten die Besucher/innen bestens unterhalten und dabei die Geräusche des Lebens und Verkehrs an der Sand- Ecke Heerstraße perfekt in den Hintergrund gedrängt.

Am Pult Sebastian T. Vogel, auf der Auswechselbank Doris Lautenbach, Susanne Schmidt, Ariane Meinzer, Friedhelm Feller-Przybyl

Eigentlich stellen sich Die Unerhörten immer ein gemeinsames Thema für ihre Geschichten zu den Lesungen, nur diesmal für ihr erstes Gastspiel bei der ersten Bürgersteiglesung am westlichen Berliner Stadtrand brachte Jede(r) eine eigeneKurzstory mit.
Sebastian T. Vogel inszenierte ein Telefonat mit der Freundin des besten Freundes,  ihrem Liebeskummer nebst all den abschweifenden Gedanken die wohl alle kennen.
Doris Lautenbach entführte in eine Welt, beherrscht von Tieren, in der Familie Wildschwein, zu Besuch bei Feldhasens, einen  Film über die ausgestorbene Menschheit vorführt. Tierisch weiter ging es auch bei Susanne Schmidt und „Nur Dumme kaufen sich ein Hündchen“.
Keinen Rückblick sondern ironische Vision in ein geteiltes Berlin der Zukunft mit dem eingemauerten Schwabylon rund um den Kollwitzplatz bot Friedhelm Feller-Przybyl mit der „Kehrwoche“, einer Geschichte aus dem Gruppenthema der Unerhörten „Hausmeister“.
In himmlische Regionen führte Ariane Meinzer und wußte mit den alltäglichen Sorgen und Nöten des Liebesgottes Amor nicht nur das Publikum zu amüsieren sondern fand auch eine „unerhörte“ Erklärung dafür, warum die Liebe durch den Magen geht.

Schon seit Herbst letzten Jahres bringt die Spandauer Bezirksorganisation des Kulturrings e.V. monatlich Autoren ins Kulturzentrum Gemischtes (hier ein Artikel vom Januar 2013) .  Für die Sommermonate, wo selbst die eingefleischtesten Literaturfreunde einen lauen Sommerabend lieber bei einem Glas Wein, Bier oder Wasser im Freien verbringen statt bei Lesungen im Saal ist die Idee, dann eben die Autoren auf den Bürgersteig zu bringen eine hervorragende Alternative.

Vielleicht werden bei den Folgenden Bürgersteiglesungen dann auch mal Passanten nicht nur neugierig gucken sondern einfach stehen oder sogar sitzen bleiben.

Die nächsten Bürgersteiglesungen:

  • Do 25. Juli  „Polenta oder Milchkaffee“ mit Ruza Kanitz
  • Do 22. August fragt Stephan Sarek: „Was versteht Horst schon von Lyrik?“

Plakat zu den Bürgersteiglesungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.