Gewobag beendet Sicherheitsdienst in Heerstraße Nord:

Aus mit nächtlichen Sicherheitsstreifen!

Nach erst wenigen Monaten der Ruhe vor weiteren Fällen, der bereits über 100 Brandanschlägen in Fluren und Mieterkellern hat nun die Gewobag in Briefen an die Mieterschaft der über 5.400 Wohnungen in der Staakener Großwohnsiedlung kundgetan, dass mit der Vollendung der flächendeckenden Installation von Videokameras in Kellern und Aufgängen nun auch in zwei Wochen, zum 31. Mai, Schluss ist mit dem nächtlichen Sicherheitsdienst.

Parallel wird mit dem o.g. Schreiben eine Umfrage gestartet, mit dem Ziel fragwürdige Aufwändungen für die Verkehrssicherung der Immobilie auf die Mieter umzulegen:

Auf einen ersten flüchtigen Blick klingt es günstig, nur 10 Cent pro Quadratmeter und Monat soll es maximal kosten, wenn via fletwerk sogenannte “Nachthauswarte” durch die Siedlung streifen um die “Sicherung der Feuerwehrzufahrten oder auch den Verschluss der Hausaufgänge” zu überprüfen.

Ganz anders aber wenn man sich mal einen durchschnittlichen Hausaufgang, z.B. in der Obstallee anschaut, mit vielleicht 24 Wohneinheiten à 60 qm: Da kommen dann schon 24 x 6 = 144 € pro Monat = 1.728 € im Jahr zusammen. Und das nur dafür, dass vielleicht ein oder zwei mal pro Nacht jemand an der Haustür rüttelt ob sie auch zugeschlossen ist? Viel Geld für wenig Sicherheit und alles andere als ein Win-Win-Projekt für Vermieterin und Mieterschaft.

Nachfolgend im Wortlaut, der Kommentar zum Ende des Sicherheitsdienstes und der Umfrage der Gewobag, von DEM Mieterberater bei uns im Stadtteil – immer montags von 15.30-18.30 Uhr kostenlose Mieterberatung im Stadtteilzentrum Obstallee 22 E –
Marcel Eupen, vom Alternativen Mieter und Verbraucherschutzbund AMV:

“Die Entscheidung der Gewobag, den Einsatz des Sicherheitsdienstes in der Großsiedlung Heerstraße Nord zum 31.05.2023 einzustellen, halte ich für falsch bzw. zumindest für weit verfrüht.
 
Bedenkt man, dass es bisher mehr als 100 Brände in der maßgeblichen Siedlung gegeben hat, die zu einer großen Verunsicherung und zu Ängsten unter den Bewohnern geführt haben, so sollte man sich in Zukunft nicht ausschließlich auf den Einsatz von Videokameras in Kellern und Hauseingängen verlassen, sondern zweigleissig fahren, um den Mieterinnen und Mietern in subjektiver Hinsicht ein besseres Sicherheitsgefühl zu geben, damit sie nachts beruhigter schlafen können.
 
Zumindest sollten Videoüberwachung und Sicherheitsdienst für einen Übergangszeitraum von mindestens sechs Monaten parallel erfolgen, um entsprechende Erfahrungen zur flächendeckenden Videoüberwachung zu sammeln.
 
Die Ausführung von ausgewählten Hauswarttätigkeiten zur Verkehrssicherung in den Nachtstunden durch sog. “Nachthauswarte” sollte nicht auf Kosten der Mieterinnen und Mieter erfolgen, da die Verkehrssicherung der Gewobag als Vermieterin obliegt und die durch Verkehrssicherungsmaßnahmen entstehenden Kosten keine Betriebskosten sind.
 
Da die Gewobag ihre Entscheidung zur Beauftragung von “Nachthauswarten” von einer Zustimmung von mehr als 50 % aller Mieterinnen und Mieter im Quartier abhängig macht, wird es nicht zur Beauftragung kommen. Diese wird bereits daran scheitern, dass weniger als 50 % der Bewohnerinnen und Bewohner antworten werden.”
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert