MoSt: Viele Brücken guter Nachbarschaft

Es ist mehr als “nur” beeindruckend, was das kleine Team der Mobilen Stadtteilarbeit MoSt seit ihrem Start, bei uns im Kiez, vor noch nicht einmal einem Jahr – und des ersten staaken.info-Berichts im März d.J. MoSt – eine Brücke guter Nachbarschaft – schon auf die Beine gestellt bzw. unterstützt und vorangetrieben hat, an Aktionen, Festivitäten, Kursen und Gruppentreffs für Austausch, Begegnung und Partizipation von, mit und für Menschen unterschiedlicher Herkünfte, Kulturen und Sprachen, in der Großwohnsiedlung an Heerstraße und Magistratsweg.

Serkan Öz  und Kaspar Kiefer sind nun bald ein Jahr für das mit EU und Landesmitteln geförderte Projekt des VskA Berlin der Mobilen Stadtteilarbeit,bei uns aktiv: Ganz speziell für all diejenigen, die relativ frisch zugewandert sind und zu denen die Einrichtungen, Träger und Akteure im Stadtteil – nicht nur wegen Sprachbarrieren – bislang kaum Kontakte aufbauen konnten.

Wie gut das beim “Stadtteilarbeiter” Tom Liebelt, vom Gemeinwesenverein Gwv, angesiedelte Projekt MoSt* in der kurzen Zeit, von den ersten Aktionen zu Mieterthemen und der Brandserie im Dezember und dem Start der Interviews über Bedarfe, Probleme, Wünsche  … mit Hilfe von Sprachmittler:innen bezüglich Kontakte und Motivation zu Teilhabe und zu eigenen Aktivitäten vorangekommen sind, konnten sich Mitte Oktober beim Interkulturellen Herbstfest  alle Gäste – darunter auch Spandaus Bezirksstadtrat für Soziales Gregor Kempert – direkt und angesichts der vielen kleinen und großen Besucher:innen jedweder Sprachgruppe hautnah überzeugen.

Rappelvoll mit rund 200 Gästen im Saal und draußen vor der Tür und auf der Wiese. Ein vielfältig bunter Mix an Herkünften, Sprachen, Spielen, Liedern und Sounds der Länder und Regionen aber natürlich auch an köstlichen Spezialitäten aus verschiedenen Ländern. Und irgendwie haben sich alle gut unterhalten, auch unter- und miteinander, mal mit mal ohne die Unterstützung digitaler Übersetzungshilfen wie auch realer  Sprachmittler:innen. 

Auch wenn die eingangs schon erwähnte Aktivierenden Befragung und Beteiligung von vielen hundert  zugewanderten Mitbürger:innen ohne bzw. mit geringen Deutschkenntnissen noch nicht abschließend ausgewertet ist, so war doch schon früh klar: Vermisst werden vor allem kulturelle Angebote, auf Augenhöhe, Orte und Zeiten für Austausch, Begegnung, Bewegung und Unterstützung zur Selbsthilfe.

Beachtlich, die Vielfalt und Anzahl der verschiedenen Kurse, Aktivitäten und Freizeitangebote, die im Rahmen der Mobilen Stadtteilarbeit MoSt als Wünsche vorgetragen und inzwischen entstanden oder ausgebaut worden sind, im Zusammenwirken mit bereits bestehenden Einrichtungen, Initiativen und Gruppen, wie des Mittwoch-Sprachcafés oder den JuMi-Lotsen oder aktiven Solist:innen, wie der jungen, iranischstämmigen Künstlerin, im neuen Jahr auch mit neuer Ausstellung im Pi8, Mahsa Isapour und ihr Malkurs für Männer, Frauen + Kids ab 10, freitags ab 14.230 Uhr im Stadtteilzentrum Staakentreff in der Obstallee.

Viele Möglichkeiten für Sport, Kunst und Soziales für Ausflüge, Entdeckungen und Erfahrung, die jeweils auch immer mit dazu beitragen sich ein Stück mehr an Kenntnissen über den Alltag, die Gewohnheiten und die Sprache anzueignen: Vom gerade erst ganz frischenTanzkurs montags im Pi8 über den dienstäglichen Nähkurs ab 14.30 Uhr im Staakentreff, oder dem Radfahrtraining, das via MoSt Frauen aus dem Kiez mittwochs zu den BIKEYGEES in Kreuzberg führt. Ebenso nur für Frauen und nicht minder sportiv die aufgrund zunehmender Zahl an Teilnehmerinnen inzwischen schon auf zwei aufeinanderfolgenden Schwimmkurse angewachsene Gelegenheit gemeinsam das Schwimmen zu erlernen, immer am Samstagnachmittag.

Am Mittwochnachmittag – immer auch für das MoSt-Team eine gute Gelegenheit um neue Ideen zu erfahren oder Mitwirkende für Angebote und Treffs zu gewinnen – das von Zahra Khalili geleitete Sprachcafé von 16-18 Uhr mit parallelem Miniclub für die Kids . Übrigens würden sich auch die beiden Quartiersräte Christa und Arno sehr darüber freuen wenn sie noch weitere “Deutschsprachige” als Mitwirkende beim Sprachcafé finden würden.

Schon gleich nach Beginn des MoST-Projekts bei uns in der Großwohnsiedlung im Dezember 2021 wurden Kontakte aufgenommen und erste Aktionen im Staudengarten an der Obstallee gestartet von MoSt und dem Gemeinwesenverein mit Mitbürger:innen der Bulgarisch-Romanes-Sprachgruppe, die ganz besonders in der unmittelbaren Nachbarschaft doch auf so manche Ablehnung gestoßen sind, da sie sich dort – oft in großen Gruppen  und unter den Balkonen des Hochhauses – zusammengefunden haben. 

In dem von der Gewobag zur Verfügung gestellten Stadtteilladen des Quartiersmanagements an der  Sandstraße Ecke Blasewitzer Ring konnte vom MoSt-Team zusammen mit Osman (im Kiez bekannt als der Maisverkäufer) inzwischen und rechtzeitig vor der nasskalten Jahreszeit eine Gelegenheit geschaffen werden für einen regelmäßiges Zusammentreffen beim bulgarisch-romanes Teeladen an vier Abenden der Woche, Mo, Mi, Fr und Sa im Stadtteilladen Staaken.

In vier Wochen jährt sich zum ersten Mal der Start des Projekts Mobile Stadtteilarbeit MoSt in der Großwohnsiedlung an Heerstraße und Magistratsweg. Anlass genug für die vorstehende Erfolgsstory der in so kurzer Zeit schon errichten MoSt-Brücken der guten Nachbarschaft.  

Jedoch und trotz alledem es bleibt ein ABER:
Was wird bleiben, von den Brücken der Verständigung und Begegnung, wenn  – wie bislang vorgesehen – im kommenden Sommer 2023 die Finanzierung mit Projektmitteln des Verbands sozio-kultureller Arbeit VskA Berlin auslaufen wird?

 

MoSt Mobile Stadtteilarbeit
in Heerstraße Nord
Kaspar Kiefer + Serkan Öz
Koord.: Tom Liebelt Tel.: 0178 580 7 580
Gemeinwesenverein Heerstraße Nord
Stadtteilzentrum Staakentreff Obstallee 22 E 
Email: oez@gwv-heerstrasse.dekiefer@gwv-heerstrasse.de

*Most = Brücke auf bulg./serb./kroat./russisch

zum Nachlesen:
MoSt – eine Brücke guter Nachbarschaft März 2022
MoSt-Brückenbau: Thema Wohnen Juni 2022

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.