Gewobag + Bezirk: Neue Ansätze + Instrumente für mehr Sicherheit im Quartier

Krisenmanagement,Task Force & mehr

Es hat sich einiges getan, in den letzten Wochen. Allen voran bei der Gewobag, die schon im Vorfeld und auf der Versammlung am 16. November eine ganze Reihe von Neuerungen bekannt gegeben hat, die – wie das Vor-Ort-Büro (s. Foto oben) am Blasewitzer Ring Ecke Reclamweg – durchaus geeignet sind, künftig für ein “Näher dran” an den Mieter:innen in der Großwohnsiedlung an Heerstraße und Maulbeerallee zu sorgen. Vor dem Hintergrund der schon bald zwei Jahre andauernden Brandserie, steht nun auch ein spezielles “Gewobag-Krisenmanagement” mit Hotline und Direktmail parat.

Und aus dem Spandauer Rathaus – genauer dessen Sitzungssaal – ist zu hören: die BVV hat vergangene Woche mit 46 Ja-Stimmen beschlossen, das Bezirksamt aufzufordern, eine temporäre Task Force einzurichten, die als Info-, Vermittlungs- und Vernetzungsstelle fungieren soll, zwischen Verwaltungen, Wohnungsgesellschaften und den von Bränden Betroffenen in Heerstraße Nord.

Wir dürfen gespannt sein, wie das – trotz Personalknappheit und Wiederholungswahl – zeitnah umgesetzt werden kann und was es dann am Ende bringen wird, für mehr Sicherheit im Quartier, wird evtl. auch eine Rolle spielen,  auf der

Fr. 2. Dezember 18 Uhr | Christian-Morgenstern-GS
Wirtschaftsweg hinter Maulbeerallee 25/27 
download: Plakat Mieterversammlung 2. Dez. 18 Uhr

Doch, wie im Artikel vom  23.11. versprochen, wenden wir uns jetzt der
Gewobag-Mieterversammlung vom 16. November 
zu, in der Eventkantine Staakener Straße 53-63

Vorneweg, das absolut Erfreulichste, aus der Ansprache bzw. Präsentation des Gewobag-Bereichsleiters Bestandsmanagement + 2. Geschäftsführer der Gewobag MB GmbH, Peter Burgfried:

• ein großes Versprechen für ein besseres Sicherheitsgefühl: Austausch alter Schlösser | Reinigung der Außenbereiche jetzt 2 x pro Woche | Bessere Beleuchtung besonders in Durchgängen

• Über die “fast flächendeckende Videoüberwachung im Bestand der Gewobag hinaus, erfolgt –da oft bemängelt – Austausch Dienstleister Streifendienst  – künftig Fa. Gegenbauer mit erweitertem Auftrag u.a. Erfassung/Meldung von Sperrmüll oder Brandgefahren 

•Einrichtung Krisenmanagement Brandfolgen, Unterbringung, Schadensbeseitigung etc.: Direktmail: km@gewobag.de | Tel.Hotline: 030 – 47 08 23 45

• Nach Brand und wenn  Wohnung unbewohnbar, wird Mietminderung künftig  DIREKT u. OHNE ANTRAG von Gewobag bewilligt u. Miete reduziert

• Verlegung des Spandauer Quartierbüro ab 1. Dez. 2022 von der Breite Straße in der Altstadt. zu uns in die Großwohnsiedlung, an den Blasewitzer Ring 24, Ecke Reclamweg.
Sprechzeiten Do 14-18 Uhr + nach Terminvereinbarung
leider geht Terminabsprache NUR via Service Center
Tel.: 0800 4708-800 | Email service@gewobag.de

• Die Bestände der Gewobag (s. Foto unten) im Quartier der Großwohnsiedlung auf beiden Seiten der Heerstraße, werden aufgenommen in das Kinder-, Jugend- und Familien-Förderprogramm Stadtraum!Plus von Gewobag und der Stiftung Berliner Leben. Start mit Angeboten voraussichtlich Mitte 2023.

 

Dagegen aber steht die Antwort des Bereichsleiters für das Bestandsmanagement der Gewobag, auf die Frage aus dem Publikum: Wer ist Verantwortlich für die Wartung der Rauchwarnmelder?
Ist das wirklich so gemeint, wie es am 16. 11. gesagt wurde? Die Wartung der in jeder Wohnung verbindlich angebrachten – und so weit wir wissen auch auf die Miete umgelegten  – Rauchwarnmelder liegt, zumindest in Teilen der Staakener Gewobag-Bestände, laut Herrn Burgfried, in der alleinigen Verantwortung der Mieter:innen. Demnach gibt es von Seiten der Immobilieneigentümerin keine Kontrolle darüber, ob die installierten Rauchwarnmelder überhaupt (noch) funktionieren.

Die Verantwortung abzuwälzen ist u.U. lebensgefährlich!
Wenn Mieter:innen aus Unkenntnis oder Vergesslichkeit nicht mehr oder sogar nie richtig eingewiesen worden sind, wo und wie der “Prüfknopf” zu bedienen ist, bzw. nicht in der Lage sind die Wartungskontrolle durchzuführen, dann kann es sein, dass im Brandfall keine Warnung erfolgt. Das Wissen um die Verantwortung für funktionierende Rauchwarnmelder in den sicheren Händen der Nachbarschaften, lässt einen – ganz besonders im 16. Stock eines Hochhauses – bestimmt ruhig schlafen!

Für die Sicherheit von Leben und Inventar der Mieterschaft wie auch für den Zustand und Wert des Immobilienbestands der Gewobag, wäre – wie auf der Versammlung am 16. 11. vom obersten Gewobag Bestandsmanager zum Ausdruck gebracht – es unverantwortlich den jeweiligen Wohnungsmieter:innen die Schuld und Verantwortung zu übertragen, für die Ausbreitung von Wohnungsbränden aufgrund ausbleibender früher Warnung via Rauchwarnmelder. 

Ein erstes – aber auch dringend zu regelndes – Thema für die bezirkliche Task Force?!

Nachfolgend von der Veranstaltung am 16. November – mit annähernd 60 Gästen vor Ort und 10 Online-Teilnehmer:innen – noch Auszüge aus den Präsentationen der Gewobag und des Dienstleisters Polygonvatro für die Beseitigung von Brand- und Wasserschäden. 

Aus der Präsentation der Gewobag

Thema Prävention – Sperrmüllentsorgung:

3 x wchtl. Extra-Sperrmüllabholung = 9 LKW pro Woche

 

Thema Prävention – Ordnung Sauberkeit Beleuchtung

Versprochen: Reinigung Außenbereiche 2 x p.W.!!! Austausch der Schlösser!!! Bessere Beleuchtung – Beseitigung der “Dunkelecken”!!!

 

Thema Prävention – Videoüberwachung

 

Thema Prävention – Streifengänge

 

 

Thema Brandfall – Was tun als Mieter:in?

 

Thema Brandfall – Ersatz, Unterbringung , Mietminderung

 

Auszüge Präsentation
Polygonvatro 

Die Präsentation des Dienstleisters für die Beseitigung der Brand- + Wasserschäden gab in Wort und Bild sehr anschaulich Auskunft darüber wie komplex und sicherlich auch – angesichts div. Beteiligter – zeitaufwändig die Prozesse sind von den ersten Beräumungen, der Schadensaufnahme, den notwendigen Absprachen mit Auftraggeberin, Behörden, Versicherungen bzgl. Angeboten, Auftragserteilung und Freigaben … bis zur Wiederherstellung der beschädigten Anlagen. Davon hier nur eine kleine Auswahl:

 

Sofortmaßnahmen 

 

Abfolge der weiteren Maßnahmen

 

Beispiel Brandschäden – Kellerverschläge

 

Beispiel Brandschäden – Anlagen Leitungen der Versorgung

 

 

2 Gedanken zu “Krisenmanagement,Task Force & mehr

  1. Als Mieter frage ich: Warum erst jetzt und nicht schon nach dem 10. Brand?

    Es ist sehr erfreulich, wenn sich die Gewobag nun doch endlich überzeugen ließ, dass nicht ausgeführte Kontrollen, fehlende Registrierung und Beseitigung von Mängeln über einen längeren Zeitraum mit zu diesem Mißstand geführt haben.
    Ihre eigene Hausordnung, die Zweckbestimmung für Feuerwehrzufahrten und Parkhäuser beachtend sowie diese umzusetzten, hätte sicher eine Menge Schaden, Leid und Ärger erspart.
    Auch das Produkt der fremdvergebenen Aufträge sollten vom Auftraggeber regelmäßig kontrolliert werden.

  2. Drucksache – 0521/XXI – Heerstraße Nord – Task Force einrichten

    Das Bezirksamt wird ersucht, eine temporäre Task Force zu den Bränden in der Heerstraße Nord einzurichten. Die Task Force soll Informationen bündeln, Ansprechpartnerin für Bürger*innen sein, Optionen im Rahmen der bezirklichen Möglichkeiten identifizieren und mit anderen Stellen (Senatsverwaltung, GEWOBAG usw.) in Verbindung stehen.

    Begründung:

    Erneut und wiederholt kam es in der Heerstraße Nord zu Bränden, die Polizei hat mittlerweile über 100 Fälle registriert. Der Bezirk sollte daher alle Möglichkeiten nutzen, um dieses Problem im Rahmen der eigenen Möglichkeiten möglichst effizient anzugehen. Eine Task Force könnte dabei helfen, ressourceneffektiv und zentral Informationen zu bündeln, Handlungsmöglichkeiten zu identifizieren und die Zusammenarbeit des Bezirkes mit den verschiedenen Stellen und den Bürger*innen verbessern.

    Ohne Änderungen am 23.11.2022 in der BVV beschlossen.

    https://www.berlin.de/ba-spandau/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=11531

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