Empira AG / Talyo vom Pillnitzer Weg 1 bis 21:

Alte Klagen neue Heizung höhere Mieten

So die Kurzfassung der Themen und Ergebnisse des jüngsten Treffens der Initiative von Mieter:innen aus dem langgestreckten Gebäuderiegel der schweizer Eigentümerin Empira AG, ihrer Arz8 PropCo aus Luxembourg und ihrer Berliner Verwaltung Talyo Properties, am vergangenen Donnerstag. Trotz aller Versprechen der Vermieterseite im April d. J. – ist alles noch beim Alten: Kaputte Klingel-, Türöffnungsanlagen und Schlösser, defekte Lifte, grobe Vernachlässigungen der Hausreinigung, mit der Folge Ungezieferbefall, Stolperfallen auf den Zuwegen und wieder einmal mussten gleich drei Aufgänge in den heißen Sommermonaten wochenlang den Gestank von verstopften Müllschluckern* ertragen u.v.m.

Aber in einem Punkt wurden die Versprechen zumindest teilweise schon erfüllt:
Die alten Nachtspeicherheizungen sind beseitigt und durch  neue, energiesparende und endlich auch einzeln abrechenbare E-Heizkörper ersetzt. Und das voll und ganz zu Lasten der Vermieterseite, ohne jegliche Umlage auf die Mieterschaft. Toll – da sollten sich andere Wohnungsbaugesellschaften aus der Großwohnsiedlung mal ein Beispiel nehmen.

Jedoch sind die installierten Heizkörper noch nicht bereit für den Betrieb. Es mangelt wohl noch an den Rootern bzw. Zählern für die Datenübertragung. Vor allem aber mangelt es auch noch an grundlegenden Informationen über das Verfahren und die Kosten für die Datenübertragungen per Rooter sowie über die Möglichkeit auch für die Mieter:innen ihre Verbrauchswerte für die Heizung kontrollieren zu können.

Mit großer Empörung haben jedoch die Teilnehmer:innen des Mietertreffens am Donnerstag im Familienzentrum Pillnitzer 21 das Anliegen der Eigentümerin und deren Verwaltung aufgenommen, noch im Herbst 2022 mit umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von ca 2,6 Mio € (wohl nur für die Häuser 1-13) zu beginnen, die  mit 8% auf die Miete umgelegt werden können und am Ende pro Monat und Quadratmeter die Miete um rund ein Euro erhöhen werden.

Empörung vor allem deshalb weil sie zurecht verlangen, dass erstmal die  eingangs schon erwähnten lang andauernden Mängel von Reinigung und Reparaturen von Instandhaltung und Instandsetzung in Ordnung gebracht werden sollten, ehe man Modernisierungsmaßnahmen angeht, die am Ende zu Mieterhöhungen führen.

Also erstmal:
• Für einen zuverlässigen Reinigungsdienst sorgen, der auch in Treppenhäusern wischt und in der Lage ist volle *Müllcontainer rechtzeitig unter dem Müllschlucker rauszuziehen um Verstopfungen zu vermeiden.
• Beseitigung des Ungezieferbefalls 
• Zügige Reparatur von Klingelanlage, Fahrstuhl, Türöffner und Schlösser
•  Die Wege vor dem Haus, nicht nur für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfen sicherer machen (s. Foto oben)
• Erreichbarkeit erhöhen für Reparaturservice und Hausverwaltung

Ein Punkt ist aber besonders merkwürdig: Es wurde die Mieterschaft vom Pillnitzer Weg 1 bis 21 über die bevorstehende Modernisierung angeschrieben und auch aufgefordert die Duldungserklärung zu unterschreiben.

Jedoch werden nur für die Hausaufgänge 1 bis 13 konkrete Maßnahmen und entsprechende Kosten benannt. So lange noch nicht aufgestellt ist, was wann und zu welchen Kosten für die Gebäudeteile Pillnitzer 15 bis 21 anfallen werden, kann im Prinzip auch kein Mieter, keine Mieterin aus diesen Häusern die Zustimmung zu den Maßnahmen erteilen, die ja noch gar nicht beziffert sind.

Auf der Versammlung angeregt wurde, möglichst bald eine Versammlung im Saal des Gemeindehauses Pillnitzer 8 einzuberufen, zu der dann auch die zuständigen Stadträte Thorsten Schatz (Bauen) und Gregor Kempert (Soziales) eingeladen werden, um  der Hoffnung Ausdruck zu geben, dass – wie an der Kappe im Falkenhagener Feld – auch für die Wohnungen am Pillnitzer Weg 1-21 eine Vereinbarung zwischen Bezirk und Wohnungsgesellschaft getroffen wird, um die sozialen Folgen der Modernisierung auf Mieterkosten verträglicher zu gestalten.

Die Initiative Pillnitzer 1-21 trifft sich
donnerstags 18 Uhr im Familientreff Pi 21
Kontakt: 0179 324 75 06
kevin.croxon@gmail.com

 

Zum Nachlesen auf staaken.info:
On Top: Mieterrechte bei Modernisierung 22. April 2022
Märzputzaktion doch nur ein Strohfeuer 21. April 2022
Von Vernachlässigung zur Vollsanierung 6. April 2022
Pillnitzer 21: Es stinkt zum Himmel 16. Feb, 2022

5 Gedanken zu “Alte Klagen neue Heizung höhere Mieten

  1. Die neuen Heizungen, laufen nicht. Im Flur wurden Router und Antennen befestigt, in allen Handys und WLan Knoten zeigen sich jetzt dutzende Heizkörperstationen. Die Bedienung ist unmöglich, und es gibt keine Anleitung. Die Heizung abschalten war immer über einen Schalter im Flur möglich, sie heizt also immer weiter, da man sie nie abstellen kann, es kommt kalte Luft aus dem Gebläse im Intervall 5 Minuten. Es hat um die 100 Menu Einstellfunktionen aufgeteilt in Gruppen von 1-9 Keiner weiß was das bedeutet man kann bis zu 100 Uhrzeiten und Temperaturen eingeben. Eine Katastrophe. Bei unter 12 Grad draußen.

  2. Thomas sagt…
    Das habe ich doch auch so geschrieben,das wir alle mehr miete zahlen müssen und das kein Jobcenter/Sozialamt dauerhaft für die nächsten 12 Jahre diese verteuerten miete bezahlen werden..Somit ist das so sicher wie das Armen in der Kirche das viele Mieter in den nächsten Jahren ausziehen müssen.

  3. Eine Richtigstellung zu dem Kommentar von Frau Naumann:
    Das mit der “jährlichen 8% Mieterhöhung” ist ein großer Irrtum! Die Miete würde und darf im Zuge der Modernisierung natürlich nur einmalig – aber dauerhaft – um 8% der für eine Umlage auf die Mieter zugelassenen tatsächlichen Modernisierungskosten erhöht werden.
    Nach etwas mehr als zwölf Jahren sind diese Kosten von der Mieterschaft bezahlt – aber die erhöhte Miete bleibt.
    II. Eine Wärmedämmung dient dem effizienten und sparsameren Energieverbrauch und gehört so zu den Modernisierungsmaßnahmen, die – wenn gut gemacht – sich angesichts steigender Energiepreise langfristig auch für alle Mieter:innen lohnen können.

  4. Bei Empfänger*innen von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe darf die Miete nach Modernisierung die zulässige Miethöhe nach der Wohnkostenrichtlinie nicht übersteigen. Dies gilt es in jedem Einzelfall zu überprüfen.

    Sinnvoll wäre eine Vereinbarung mit der Vermieterseite, die wie folgt lauten sollte:

    In Wohnungen von Empfängern nach SBG II uns SGB XII dürfen die Mietkosten
    nach der Modernisierung die Werte der Wohnkostenrichtlinie der genannten Leis-
    tungsempfängern nicht übersteigen.

  5. Sollte Talyo Hausverwaltung es durchsetzen können das wir alle pro Jahr 8% mehr Miete zahlen sollen,dann muss Talyo klar sein das ca 80% der Mieter ausziehen müssen,da das Jobcenter/Sozialamt keine jährliche 8% mehr Miete als angemessen akzeptieren.
    Ich persönlich finde ich das wir keine Wärmedämmung brauchen ,denn bisher ist noch kein Mieter in seiner Wohnung erfroren.Also Wertes Talyo Team überlegen sie sich bitte das noch einmal.

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