Die Austauschrunde am 25. Januar über Sicherheit und Situation im Kiez:

Hochrangige Runde – kaum Tiefgang

Auch wenn in den letzten Tagen Ruhe (toitoitoi) eingekehrt ist, bezüglich der Brandserie in der Großwohnsiedlung an Heerstraße und Magistratsweg so war es doch wichtig, gut und richtig, dass am vergangenen Dienstagabend Akteure der Mieterschaft und von Einrichtungen aus dem Stadtteil mit Vertretungen von Senat, Bezirk, Wohnungsunternehmen sowie Polizei  und Feuerwehr zu einer digitalen Austauschrunde über die Probleme im Kiez zusammengekommen sind. Dabei wurden symbolisch mehr als 1.000 Unterschriften überreicht, die für die Wiedereinführung eines Sicherheitsdienstes gesammelt worden sind.

Der Einladung zur Videokonferenz durch die Bezirksbürgermeisterin Dr. Carola Brückner ist es wohl zu verdanken, dass u.a. mit Ülker Radziwill, der Staatssekretärin für Mieterschutz der Senatsverwaltung Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und den Bezirksstadträten Oliver Gellert (Jugend, Gesundheit) und Gregor Kempert (Ordnung, Bürgerdienste) sowie Snezana Michaelis vom Vorstand der Gewobag und dem Prokuristen Andreas Mier, von der Adler Immobilien Management GmbH … so hochrangige Vertreter:innen zu begrüßen waren.

Vielleicht haben aber genau diese neuen “höheren Ebenen”, im Verbund mit den inzwischen neu besetzten bzw. neu gemischten Ressorts im Bezirk, dazu geführt, dass nicht nur die Mietergruppen ihre Enttäuschung nicht verhehlen konnten: Denn trotz der eingangs gezeigten gemeinsamen Präsentation von Quartiersmanagement + Mietergruppen über Stand, Ziele und Vorschläge  – inklusive bereits getroffener Übereinkünfte aus den ersten drei Treffen des “Runden Tischs” seit 2019  – kam es kaum zu einem echten Austausch.

Klar, die Ermittlungserfolge der Polizei haben dazu geführt, dass manches nicht mehr so heftig, bei Mieter- und Vermieterschaft,  “auf den Nägeln brennt” aber entzündbarer Stoff, von (Sperr-)Müll in Fluren und an Hauswänden, kaputten Türen und Türschlössern, mangelhafter Sauberkeit, Beleuchtung und Haustechnik etc. sind weiterhin in allen Teilen der Großwohnsiedlung häufig anzutreffen. 

Man kann sicherlich –wie das Mitglied des Gewobag-Vorstands Frau Michaelis – den Sinn und Nutzen eines Sicherheitsdienstes in den Abendstunden in Frage stellen und auch der Überzeugung sein, dass man als Vermieterin viel getan hat für die Beseitigung und Vermeidung von Sperrmüll – da haben übrigens die Mietergruppen inkl. dem Gewobag-Mieterbeirat mit den fünf Sperrmülltagen plus Schenk- & Tauschaktionen im vergangenen Jahr mindestens genau so viel beigetragen. 

Aber so tun als ob die Mieterschaft vom Service verwöhnt sei und es keine “brennenden” Probleme gäbe, bei Instandhaltung und zeitnaher Instandsetzung von Schäden, bei regelmäßigen Kontrollen bezüglich Sauberkeit und Sicherheit wie auch bei der zuverlässigen Erreichbarkeit von Servicekräften und Störungsmanagement ist alles andere als angemessen und hilfreich.

All diese Fragen stehen weiterhin ganz oben auf der Tagesordnung für den nächsten, den turnusmäßig dann “4. Runden Tisch Wohnen in der Großsiedlung Heerstraße Nord“, mit hoffentlich dann auch konkreten und zielführenden Ergebnissen.

Für den nächsten Austausch – vielleicht dann sogar wirklich wieder an einem Tisch –  hat die Moderatorin der Veranstaltung vom vergangenen Dienstag, die Bezirksbürgermeisterin Dr. Carola Brückner, ihre Unterstützung zugesagt und vielleicht wird dann auch ein Termin vereinbart, der dem für Bauen und Wohnen zuständigen Spandauer Bezirksstadtrat Thorsten Schatz eine Teilnahme möglich macht.

zum download zur Austauschrunde vom 25. Januar:
Statement von Mietergruppen/Mieterbeirat aus Heerstraße Nord

zum nachlesen:
Pfiffe, Buhrufe und Klageforderung v. 22. Dez. 2021
Feuerwehr-Großeinsatz an der Obstallee v. 10. Dez. 2021

  1. Der AMV – Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e.V., der seit 2018 im Auftrag des Bezirksamts Spandau von Berlin die kostenfreie bezirkliche Mieterberatung im „Staakentreff Obstallee” durchführt, hätte gerne an der Veranstaltung teilgenommen, um aus seiner Sicht zu berichten. Vielleicht werden wir ja beim nächsten Mal eingeladen …

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