2. Mietertreffen Maulbeerallee & Unterschriftensammlung der Mietergruppen

Weitere Mieterproteste und Aktionen im Kiez

Kein Ende mit den Mieterbeschwerden aus dem langen Gebäuderiegel der Gewobag an der Maulbeerallee 23-55. Die geplante Aktion zum Bemalen von Bannern und Plakaten ist im wahrsten Wortsinne ins Wasser gefallen. Jedoch kamen am vergangenen Sonntagnachmittag dann mehr als ein Dutzend Mieter:innen  aus den betroffenen Häusern unter dem schützenden Dach des Durchgangs zusammen. um bei lausigem Wetter sich – wie eine Woche davor – über ihre Erfahrungen mit Tauben- und Rattenplagen, mit nicht funktionierenden Beleuchtungen, Fahrstühlen und Schließanlagen oder verschmutzten Treppenhäusern und Grünflachen sowie überquellenden Müllcontainern und -plätzen u.v.m. auszutauschen.

Obwohl die meisten Teilnehmer:innen beim 2. Maulbeerallee-Mietertreff am Sonntag neu dazugestoßen sind, unterschieden sich die Klagen über Schäden  und Mängel sowie dem unangemessenen Langmut der Gewobag bezüglich einer Beseitigung der Schadensquellen kaum von denen des spontanen Treffens der Vorwoche.
(siehe Gewobag-Mieter Ärger + Verzweiflung v.26.4.21}

Hervorzuheben vielleicht der Bericht eines Mieters aus der Maulbeerallee 27, dass dort, schon mehrfach reklamiert,seit Monaten der Boden des Müllraums so sehr von Scherben und Flaschen übersät ist, dass man kaum noch schadlos an die Müllcontainer herankommt. Kein Wunder, dass Müll gerne auch davor deponiert wird. Zum Wohle der Ratten.

À propos Ratten. Die, genauer deren Beobachtung und Zählung sorgt inzwischen bei manchen Mieter:innen für eine „Unterhaltung“ im Alltag. Bisher gemeldeter Rekord: 25 Ratten in 15 Minuten direkt gesichtet und gezählt auf dem Parkplatz vor der Maulbeerallee 55.

Hoffentlich kommt es bald auch mal bei den Verantwortlichen der Gewobag in den Vorstandsetagen, Leitungsebenen und ganz besonders auch bei den Aufsichtsräten aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen an: Die Aussage, dass es vor gut anderthalb Jahren zu Zeiten des „Immobilienhais“ ADO besser bestellt war mit Sauberkeit, Instandhaltung und Instandsetzung als nun unter der Regie der landeseigenen Wohnungsgesellschaft, wurde auch an diesem Sonntag rundum nur mit zustimmendem Kopfnicken begleitet.

Auch wenn Vermüllung und Verwahrlosung in den Häusern und drumherum durchaus der Missachtung und Rücksichtslosigkeit einiger Mieter zuzuschreiben sind, so wird dies aber auch gleichermaßen von der Vermieterseite befördert, wenn Schäden nicht zügig behoben werden und berechtigte Beschwerden der Mieter missachtet werden.

Auffallend übrigens, dass auch beim zweiten Treffen von Gewobag-Mietern aus der Maulbeerallee kein Mitglied des gewählten Mieterbeirat oder auch der Gewobag-Mietergruppe es geschafft hat, am Sonntagnachmittag mal wenigstens für ein halbes Stündchen mit dabei zu sein und ein Ohr zu haben für die Sorgen der Mieter:innen.

Und doch wurde von den meisten Anwesenden die gemeinsam von den Mietergruppen bei Adler sowie Gewobag herausgegebene Unterschriftenliste unterzeichnet. Und das, obwohl ja der darin geforderte „lange Arm“ der  Eigentümergesellschaften via Security, Kiezläufer, Concierge oder andere Überwachungsdienste weder kaputte Lampen auswechselt noch Fahrstühle und Schlösser reparieren bzw. nicht ordnungsgemäß abgelegten Müll beseitigen wird.

 

Unterschriftenaktion für Security & mehr
der Mietergruppen bei ADLER und Gewobag

 

Am kommenden Sonnabend 8. Mai ab 10 Uhr vor dem Staaken-Center sind die Mietergruppen von Adler bzw. Gewobag-Mieter:innen gemeinsam dabei mit Informationen und Unterschriftenlisten um bei beiden Wohnungsgesellschaften der bereits beim Runden Tisch vorgetragenen Forderung Nachdruck zu verleihen mit geeigneten Maßnahmen von Security und/oder Kiezläufern etc. für mehr Sicherheit und Ordnung in der Großwohnsiedlung beiderseits von Heerstraße und Magistratsweg zu sorgen.

Unterschriften leisten oder Listen abholen zum Unterschriften sammeln bzw. danach mit Adressen und Unterschriften abgeben ist auch zu den üblichen Werktageszeiten möglich, im Stadtteilzentrum Staakentreff Obstallee 22 E

zum download: Flyer + Unterschriftenliste als pdf

5 Gedanken zu “Weitere Mieterproteste und Aktionen im Kiez

  1. Hallo zusammen,

    ich als regelmäßiger Besucher des Stadtteils komme nicht gerne hier her, denn nicht die Mehrheit der Bewohner:innen sind das Problem, sondern die in der Minderheit wohnenden Verursacher:innen von unvernünftiger Müllentsorgung drinnen und draußen, stundelange Öfffnung der Eingangstüren und weiteren bekannten Problematiken sind ein Missstand des friedlichen und sozialen Zusammenlebens.

    Spricht man die Verursacher:innen direkt an bekommt man ein müdes Lächeln, respektlose Antworten und es wird getan als wenn man nichts versteht. Meine Einschätzung und Antworten von einigen Bewohner:innen zeigt, dass die Hausverwaltungen tätig sind. Sicher vielleicht nicht in der schnelle und Härte die man sich wünscht. Da ist auch noch Luft nach oben. Jedoch muss man auch realistisch sein, dass die wenigen das Zusammenleben doch einschneidend beeinträchtigen und die gemeinschaftlichen Konfliktlösungen zwischen Mieter:innen und Wohnungsgesellschaften deutlich erschweren.

    Ich persönlich plädiere dafür, die die Gemeinschaft nicht wollen, härter ran zu nehmen und konsequenter zu verfolgen mit den Mitteln zu Verstößen der geltenden Hausordnung. Das kann nur gemeinschaftlich mit mehrheitlicher Organisation von Hausverwaltungen und der Mehrheit der friedlebenden Mieter:innen passieren.

  2. Der sehr lange Beitrag von Frau Brune zeigt deutlich auf, daß es die Gemeinsamkeit der beiden „Mieter-Gruppen“ nicht gibt. Insofern ist die Formulierung“zwei Gruppen mit unterschiedlichsten Ansichten und Vorgehensweisen“ schon richtig. Aber wo sind denn die unterschiedlichen Ansichten und Vorgehensweisen beschrieben. Es hilft nicht die hinlänglich bekannten Probleme zu beschreiben, es muss auch eine konkrete Beschreibung von dem erfolgen, was man selbst tun will. Und wenn die Zusammenarbeit der beiden Gruppen auch davon geprägt wird.
    herauszustellen, dass der eine Vermieter doch wesentlich besser ist als der andere, wohin soll das führen?
    Ein verbaler Angriff auf die Gewobag allein hilft da überhaupt nicht.
    Die Gruppe „Bunt und Sauber“ ist im Handeln da wesentlich konkreter.

    In dem Text von Frau Brune stecken aber Äußerungen, die da gar nicht hingehören: „Wir haben keine Unterschriftenliste herausgegeben, weder um „Mieterproteste“ noch um „Enteignungskampagne“ zu unterstützen.“
    Unterschriftenlisten sind eine demokratische Form von thematischer Auseinandersetzung. Ich unterstütze die Enteignungskampagne auch nicht, einen Mieterprotest würde ich sofort unterschreiben. Die Frage ob man solche Listen nutzt, entscheiden aber die Initiatoren. Das ist nicht zu kritisieren.

    Wenn sich die Gelegenheit ergibt, kann ich persönlich gerne, mit konkreten Vorschlägen, zu meinen Äußerungen Stellung nehmen. Insbesondere was die Vorgehensweise gegen die Gewobag angeht.
    Zum Schluß möchte ich noch eine Bemerkung machen:
    Eine alte Weisheit sagt: Wer sich verteidigt, klagt sich an.
    Das bedeutet für mich, daß es im vorliegenden Sachverhalt besser wäre, darüber nachzudenken, ob man in Zukunft vieles besser machen kann.

    Hans-Jürgen Wanke

  3. Ja, wir wollten gern das Portal staaken.info nutzen, um uns und unser Engagement für ein besseres Umfeld in unserer Kiez Heerstraße Nord aufzuzeigen.
    Warum wurde hier ein Artikel über zwei Gruppen mit unterschiedlichsten Ansichten und Vorgehensweisen geschrieben und ohne unser Einverständnis zusammengelegt?
    Vieles entspricht nicht unserem Verständnis, wie z.B. die Bezeichnung „Immobilienhais“ ADO. Warum diese Bezeichnung? Die Gewobag ist doch auch eine Aktiengesellschaft, oder?
    Wieso werden Gewobag-Mietergruppe und -Mieterbeirat als desinteressiert für Mieter dargestellt? Haben wir doch im vorhergehenden Artikel in der Rubrik Kommentar unsere Erreichbarkeiten aufgelistet und angeboten uns kennen zulernen und auszutauschen. Und?
    Auch wir Mieter-Gruppen sind nicht mit den Problemen in dieser Siedlung einverstanden. Es ist leider nicht alles so, wie wir alle es wünschen.
    Warum haben wir hier einen desolaten Zustand? Wer tritt gegen die Wege-Lampen, bis endlich die Glaskugeln herunterfallen? Wer rotzt, uriniert, beschmiert, zerstört Aufzüge oder tritt mehrmals kräftig gegen die Hauseingangstüren, dass die Schließplättchen zerbrechen. Wer stellt unrechtmäßig Sperrmüll in Kellergängen, Hausflure, vor das Haus oder in die Müllplätze? Wer zündelt in Kellern oder an Kinderwagen? Wer wirft Lebensmittel, ja sogar „gefüllte“ Windeln aus dem Fenster, stellt Müll einfach vor oder neben Müllcontainer, wirft die Schalen der z.B. Sonnenblumenkörner überall hin, füttert die Vögelchen das gesamte Jahr? All dies, damit sich Ratten gut vermehren können? Oder die vielen Hundehaufen. Und vieles, vieles mehr. So etwas ist ekelig, sieht fürchterlich aus und wir Mieter müssen das auch noch bezahlen!
    Wegen der Corona-Pandemie können wir keine Veranstaltungen durchführen und manch ein Bewohner hat das Gefühl: „Nichts tut sich hier – niemand kümmert sich“! Das ist aber nicht richtig. Aus diesem Grund wollen wir jetzt „Draußen“ sein, um Nachbarn persönlich zu sprechen, auch über unser Engagement und Aktivitäten zu informieren. Wir haben keine Unterschriftenliste herausgegeben, weder um „Mieterproteste“ noch um „Enteignungskampagne“ zu unterstützen. Unsere Info-Flyer geben einen Einblick in unsere aktuellen Tätigkeiten, wie wir für Nachbarn zu erreichen sind und wünschen uns Ihre bekräftigende Unterstützung zu unserem „Tun“.
    Unser gemeinsames Arbeiten ist langatmig, aber sehr ausdauernd. Unser Ziel ist es, unsere Siedlung wieder als einen freundlichen und lebenswerten Kiez zu erhalten. Denn die Mehrheit unserer Nachbarn sind liebenswert, kennen und halten sich an Regeln und Verträge, damit so eine riesige Gemeinschaft von ca. 20.000 Bewohnern gut miteinander zusammenleben können.
    Wir wohnen gerne hier.

  4. Es stellt sich hier die Frage, in welcher Form die Gewobag eigentlich haftet, wenn durch diese Zustände ein Mieter zu Schaden kommt?
    In Form einer Umlage in der Betriebskostenabrechnung, wie bei der Sonderabgabe für die Sperrmüllabfuhr??

    Der Gewobag ist das Thema Sicherheit in Gebäuden nicht neu:
    Brand- und Rauchgasgefährdung durch Sperrmüll in Kellervorräumen, Sicherheitstreppenräumen, beparkte Feuerwehrzufahrten, genehmigte Laubdeponie (Rattenplage) von ADO übernommen und weiter zugelassen. Das alles gibt es an einigen Orten im Blasewitzer Ring.
    Da werden in den Feuerwehrzufahrten Parkverbotsschilder aufgestellt, deren Anwesenheit niemanden intressieren; schade um das dafür ausgegebene Geld.
    Es werden Hindernisse zur Sperrmüllvermeidung in Kellervorräume eingerichtet, aber nicht überwacht.

    Es mag richtig sein, wenn es von der Gewobag heißt: Die Mieter selbst sind die Verursacher hierfür. Aber es sind eben nicht alle Mieter und den schwarzen Schafen will oder kann man seitens der Gewobag nicht beikommen. Weshalb gibt es von der Hausverwaltung eigentlich eine Hausordnung, wenn sie nicht kontrolliert und angewandt wird????

    Schwerpunktkontrollen durch Überwachung?
    Hier schreien alle gleich: Überwachungsstaat und DATENSCHUTZ
    Was nun?

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