Spandauer Bündnis gegen Rechts ruft auf: Samstag 14 Uhr vor dem Rathaus

Kiezdemo gegen rechte Anschläge

Rechtsgerichtete und rassistische Parolen, Pöbeleien und sogar Brandanschläge oder Bombendrohungen gegen ein  alternatives Wohnprojekt in der Neustadt –  es scheint, dass ultrarechte Gruppen derzeit versuchen Spandau und den westlichen Stadtrand als „ihr Territorium“ zu brandmarken. So sind auch bei uns im Stadtteil in den vergangenen Wochen vermehrt Aufkleber des neofaschistischen III. Wegs aufgetaucht. Das Spandauer Bündnis gegen Rechts ruft daher auf, morgen Samstag 15. Mai ab 14 Uhr ein deutliches Signal zu setzen, dass  in Spandau kein Platz ist für rückwärtsgewandte, undemokratische und rassistische Aktivitäten.

Zur Zeit ganz besonders im Fokus rechter Gruppierungen ist das alternative Wohnprojekt in der Jagowstraße 15, der Spandauer Neustadt, fem in den letzten Wochen zwei Brandanschläge und eine Bombendrohung gegolten haben.

Seit dem Kauf von Haus und Grundstück im Jahr 2014 ist  man dort dabei, die Wohnungen, Läden und den Innenhof so instand zu setzen und zu gestalten, dass für Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Lebensarten, für Familien, Wohngemeinschaften oder Einzelpersonen, ein Ort entsteht für ein offenes, solidarisches Miteinander. (siehe auch Jagow 15 auf Mietshäuser-Syndikat)

Teilnahme „nur“ mit FFP2-Maske und unter Einhaltung der 1,5m–Abstandsregel. Im Falle von Atemwegserkrankungen: Bitte Zuhause bleiben!

Nachfolgend der Aufruf des Spandauer Bündnis gegen Rechts:

„Während in Staaken und in der Spandauer Altstadt wieder eifrig von den Faschisten des III. Wegs „geklebt“ wurde, sind wir in den Vorbereitungen für die solidarische Demonstration gegen Rechte jeglicher Couleur. Seid alle dabei, wenn in Spandau Antifaschisten Nazis in die Schranken weisen!

Kommt am 15. Mai um 14 Uhr zum Rathaus Spandau!

Solidarisch gegen Rechts!

Am 15. Mai auf die Straße zur antifaschistischen Kiez-Demo

Spandau hat ein Problem mit Neonazis. Diese waren nie weg, sie sind aktuell sichtbar und auch in der Vergangenheit kam es zu zahlreichen rassistischen Pöbeleien von Rassisten gegen nicht-weiße Menschen und Andersdenkende, die dokumentiert wurden. Die jüngsten Bedrohungen und Attacken gegen das alternative Wohnprojekt “Jagow 15” sind eine Zuspitzung dieser faschistoiden Verhältnisse, welche durch geistige Brandstifter von Rechts wie der AfD oder der neonazistischen Partei III. Weg auch in Spandau befeuert werden.
In der Nacht vom 8. auf den 9. April wurde der erste Brandanschlag auf das Hausprojekt verübt. Knapp 10 Tage später brannte es erneut: Im Hof abgestellte Fahrzeuge und Autoreifen brannten lichterloh. Die Fotos sprachen Bände – hier wurde die Gefährdung von Menschenleben bewusst in Kauf genommen.  Am 20. April, dem Geburtstag von Adolf Hitler, ging bei der Polizei eine Bombendrohung für das Haus ein. Wir verurteilen diese Attacken aufs Schärfste und solidarisieren  uns mit den Bewohner*innen. Dies bedeutet, konsequent gegen Nazis in Spandau vorzugehen, um Angriffe und Mordversuche schon im Vorfeld zu vereiteln.

Die Dauerpräsenz des III. Wegs in Spandau ist kein Zufall. Der Bezirk ist ein klassischer Randbezirk, der von Gentrifizierungsprozessen bisher weitgehend verschont geblieben ist. Soziale Ausgrenzung und Armut sind spürbar und unorganisierte Neonazis dümpeln seit Jahren im Bezirk umher. Die lokale Zivilgesellschaft ist mit Ausnahmen einiger unermüdlicher Antifaschist*innen auf dem Weg, die AfD zu normalisieren. Da wird schon mal ein Platz nach den Widerstandskämpfer*innen der Weißen Rose unter Teilnahme der AfD eingeweiht, ohne dass sich auch nur eine Person daran stört. Es wäre fahrlässig zu glauben, dass Menschen, die dieser Partei unwidersprochen Raum geben, der aktuellen Bedrohungslage durch Neonazis in Spandau etwas entgegensetzen könnten.

Durch den strukturellen Rassismus in Behörden, ist Vertrauen in Polizei und Justiz nahezu unmöglich. Die Mär vom Einzeltäter ist lange widerlegt, sie dient nur der Legitimierung rechter Straftaten. So ist es nötig, Neonazi-Strukturen selbst zu bekämpfen. Lasst uns ein deutliches und konsequentes Zeichen setzen und rechten Umtrieben in Spandau offensiv begegnen. Kommt am 15. Mai zur antifaschistischen Kiez-Demo!“

Mehr Info auf der Webseite des
Spandauer Bündnis gegen Rechts SBgR

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