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Tatort Obstallee?

Ein Jugendlicher wurde an einer Bushaltestelle im Gebiet Heerstraße geschlagen. Jeder gewalttätige Übergriff ist zu verurteilen, besonders wenn ein Mensch mit Behinderung betroffen ist. Ein solcher Vorfall darf aber nicht dazu verleiten, einen ganzen Stadtteil an den Pranger zu stellen.

Das Volksblatt titelte: „Die Angst geht um…Tatort Obstallee…“ Die Großsiedlung Heerstraße Nord wird als Ort hingestellt, an dem sich Bewohner nicht mehr sicher fühlen können. Dagegen betont der zuständige Polizeiabschnitt 23, dass Heerstraße Nord im Vergleich zu anderen Stadtteilen keine erhöhte Kriminalität aufweist.

Viele Bewohner/innen, Schulen und Einrichtungen, Vereine, Quartiersmanagement, Verwaltung engagieren sich in Heerstraße für die Stärkung der Nachbarschaft, interkulturellen Austausch, Verbesserung der Bildungschancen, Vernetzung und Aufwertung der sozialen Infrastruktur. Es gibt zahlreiche Anlaufstellen und persönliche Ansprechpartner, ob im Gemeinwesenzentrum an der Obstallee, im FiZ an der Christian-Morgenstern-Grundschule mit Beratung und Begleitung, Sprechstunden von Jugendamt und Polizei, in Kirchengemeinden, beim QM, in Kitas, in Jugendeinrichtungen, bei Streetworkern und Vereinen.

Im Gebiet Heerstraße leben viele Bewohnerinnen und Bewohnern, die z.B., weil sie mit ihrer Arbeit nicht genug verdienen, weil sie eine zu geringe Rente haben oder aus anderen Gründen von staatlichen Leistungen abhängig sind, das bringt Sorgen, Nöte und Ängste mit sich.

Wir begrüßen es, dass das Bezirksamt sich der Sorgen und Ängste nun stärker annehmen will.

  1. Man kann die Schlagzeile aus dem Hause Springer auch umdeuten: Tat-Ort Obstallee. Hier ist ein Ort, an dem viel getan wird.

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