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Rückblick 2010 Vol. 10.11

Okt./Nov. 2010: Prominenz, Proteste und Projekte

Hexen- und Vampirgeschichten gibts bei Halloween in KiK und Stadtteilbibliothek von Staaken liest
Hexen- und Vampirgeschichten gibts bei Halloween in KiK und Stadtteilbibliothek von Staaken liest

Das „Soziale Stadt“ Projekt „Staaken liest“ geht im Herbst in die Schlussrunde, sowohl mit unterhaltsamen Lesungen prominenter Autoren, wie Martin Buchholz, der das Publikum im Gemischtes begeistert, als auch mit Veranstaltungen, die einen interessanten Beitrag zu den Diskussionen über Integration und Bildungschancen beitragen, wie mit Suat Özkan oder Fadi Saad, der sowohl im STEIG als auch später in der Carlo-Schmid-Oberschule auftritt. Dort gibt es während der Projektwoche im November gleich vier Veranstaltungen von „Staaken liest“.

Dass Prominenz alleine keine Garantie für einen vergnüglichen Abend ist zeigt leider die Lesung von Jochen Senf. Als ob sie es geahnt hätten kamen nur wenige Besucher in die Stadtteilbibliothek und waren hinterher sehr enttäuscht von dem als Tatort-Kommissar Max Palu bekannten Autor. Ganz anders am 29. Oktober – in der Stadtteilbibliothek und im benachbarten KiK spukt es wüst.  Hexen und Monster treiben ihr Unwesen. Den kleinen und großen Gästen machen aber die Spuk- und Gruselgeschichten zu Halloween gewaltig Spaß.

Ein Thema bestimmt aber den Herbst: Trotz Demo vor dem Bundebauministerium, Unterschriftensammlung und  Online-Petitionen, die insgesamt über 15.000 Unterschriften bringen und zahlreichen Protesterklärungen wird der Angriff auf die „Soziale Stadt“ noch schlimmer als befürchtet. Die CDU/CSU-FDP Regierungskoalition setzt sich über alle Bedenken von Politikern, Fachleuten und Betroffenen hinweg und verschärft sogar den Angriff auf das Förderprogramm Soziale Stadt, das um rund 70% gekürzt werden und nur noch Bauinvestitionen finanzieren soll.

Bereits bewilligteMittel für Projekte bleiben von der radikalen Kürzung ausgeschlossen und der Senat erklärt, dass Wege gesucht werden die Defizite beim Bundesanteil an Soziale Stadt mit Landesmitteln auszugleichen. Doch wie, wann und wieviel für neue Maßnahmen zur Verfügung stehen ist Ungewiss, umso schwerer die Arbeit im Quartiersrat, der sich dessen ungeachtet in Vorbereitung des Konzeptes und der Planungen für 2011 mit den Stärken und Schwächen im Stadtteil auseinandersetzt. Ein weiteres Gremium der aktiven Bürgerbeteiligung, die QF1-Jury der Anwohner, sich mit der Bewilligung für kleine, direkt nachbarschaftlich wirkende Aktionen beschäftigt, hat sich neu formiert und wiederum Mittel für wichtige Maßnahmen im Stadtteil bewilligt, die alle noch in diesem Jahr zum Tragen kommen.

Gerade die zwei vom Quartiersmanagement in die Wege geleiteten Ausstellungen mit Fotos zu „Staaken gestern und heute“ im Gemischtes und besonders die Geschichtsausstellung „Von Amalienhof zur Großsiedlung“, die am 7. Oktober eröffnet wird erzielen großes Interesse bei Besuchern und im Volksblatt. Sie zeigen wie im Zuge von „Soziale Stadt“ auch die Identifikation mit dem Stadtteil wachsen kann.

Einen wichtigen Beitrag für das Miteinander nicht nur im Stadtteil leistet das gemeinsame Projekt von DAF e.V. und Gemeinwesenverein, der Veranstaltungsreihe „Tage der Religionen“. Nach den bisherigen Einzelveranstaltungen zu den Religionen Islam, Judentum und Christentum, stehen am 18. November ganz speziell die Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die Vorurteile und Wege zur Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher religiöser Herkunft im Mittelpunkt.

Vandal_CosmarEinen herben Rückschlag erlebt das Soziale-Stadt-Projekt „Umbau des Familienhauses am Cosmarweg“. Wenige Tage vor der Fertigstellung und Wiedereröffnung wird in das einsam stehende Gebäude neben dem großen Spielplatz eingebrochen und schlimme Verwüstungen angerichtet. Datum (9.11.) und die Schmierereien an den Wänden lassen einen rechtsradikalen Hintergrund bei den Tätern vermuten. Die Eröffnung nach Umbau muss verschoben werden und der Betreiber Staakkato Kinder und Jugend e.V. weiß zwar was in den Räumen dann stattfinden soll aber noch nicht wann die Gelder zur Verfügung stehen um die Schäden zu beheben. Wenn auch vor ganz anderem Hintergrund, so doch ein Beispiel dafür, wie verheerend die Regierungsbeschlüsse zur Sozialen Stadt sind, denn nach deren Ansicht, werden Mittel für Bauten und Umbauten zur Verfügung stehen, aber nicht mehr dafür, dann in den Räumen Aktivitäten für Jung und Alt im Stadtteil  anzubieten.

Nur wenige Tage später, dann im Gemischtes wieder ein echter Festtag. Sowohl die Talentbühne mit Musik von Klassik bis Rap, Texten und Zaubereien, als auch die Ausstellungseröffnung des QF1-Projektes „Schule zeigt Farbe“ offenbaren welch tolle Fähigkeiten und Ressourcen bei den jungen Menschen im Stadtteil vorhanden sind.

Mit neuen Projekten, wie  Lernspaßtag mit den Lerndetektiven, Malkurs für Kinder mit Hanna Funk oder die Kochschule und Bauchtanzgruppe wartet das FiZ Familie im Zentrum zum Abschluss der dreijährigen Modellphase auf. Das einst auch mit Soziale-Stadt-Mitteln angeschobene Projekt eines Nachbarschaftstreffs mit vielen Angeboten für Familien bekommt am 26.11. viel Lob bei der Veranstaltung, die ein Resumee zieht, und wird auch weiterhin mit Geldern des Senats und des Bezirks am Leben gehalten.

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