"Staaken liest" am 4.11. mit Dr. Suat Özkan im Gemischtes

Rege Diskussion um Ehre und Gesellschaft

Die rege Beteiligung spiegelt die aktuelle Integrationsdebatte wieder
Die rege Beteiligung spiegelt die aktuelle Integrationsdebatte wieder

Am 04.11. kam im Rahmen der Reihe „Staaken liest“ der Autor Dr. Suat Özkan ins Kulturzentrum Gemischtes, um aus seinem Drehbuch „Maske der Ehre“ zu lesen und vor allem um im Anschluss mit den Besuchern über das Thema „Ehrenmord“ zu diskutieren. Und es kam an dem Abend eine rege Diskussion zustande mit und zwischen den rund 50 Besuchern.

41110LesungAutorerzähltDr. Suat Özkan war bemüht alle Fragen zu beantworten sowie den Besuchern, die Thematik näher zu bringen. So ging es nicht nur lebhaft um die Erklärung und Interpretation des Begriffs „Ehre“ im weitesten Sinne in sämtlichen Bereichen, wie zum Beispiel im Islam, im Christentum, unter Hooligans, unter Rockerbanden, in den Medien,  in der Politik, in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und Zeitepochen einzelner Kulturen, in der kommerzialisierten westlichen Welt als Marke etc.. sondern auch um verwandte Themen wie Zwangsheirat, Selbstjustiz und Zwangsehe, die umfassend erörtert wurden. Selbst Fragen wie „ Warum ist es in manchen Regionen der Türkei schwierig, als Christ zu leben?“ versuchte Dr. Özkan umfassend zu beantworten.

Auch wenn nicht immer unter allen Anwesenden ein Konsens gefunden wurde, konnte nach 2 ½ Stunden am Ende der Veranstaltung festgehalten werden, dass  aus dem Koran keinerlei Rechtfertigung für Ehrenmord oder Zwangsheirat abzuleiten ist, und dass diesen meist einer traditionellen sozialen Herkunft geschuldeten Phänomenen mit Aufklärung, Zivilcourage und gesellschaftlicher Verantwortung entgegnet werden muss. Passend zur aktuellen Integrationsdiskussion bleibt festzuhalten, für beide Seiten gilt als unabdingbar: Demokratie, Bildung, Partizipation und Verantwortung.

„Staaken liest“ wird gefördert mit Mitteln der EU, der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Berlin im Rahmen von „Zukunftsinitiative Stadtteil“ Teilprogramm Soziale Stadt.

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