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Stadtteilkonferenz vom 25.11.09

Schule und Jugendhilfe – noch enger kooperieren

Am vergangenen Mittwoch, den 25.11. war der neue Spandauer Jugendamtsleiter Dr. Josef Schreiner zu Gast bei der turnusmäßigen Stadtteilkonferenz für die Großsiedlung Heerstraße im Kulturzentrum Gemischtes. Dementsprechend war die immer zum Monatsende stattfindende Zusammenkunft der Akteure aus den Einrichtungen im Stadtteil diesmal inhaltlich geprägt von dem brennenden Thema des konzertierten Zusammenwirkens von Schule und Jugendhilfe.
Gerade das Thema von schuldistanzierten und verhaltensauffälligen Schülern stand im Mittelpunkt, angesichts des eher unbefriedigenden Endes eines bezirksweiten Projektes, das solche „notorischen Schulschwänzer“ bis dahin aufgefangen hatte. Im Laufe der 15 Jahre des Projektes entwickelte sich jedoch quasi eine Art Alibischule und der gewünschte Erfolg einer Re-Integration blieb aus. Doch das Problem bleibt und wächst sogar. In unserem Stadtteil hat daher jetzt ein Projekt begonnen, das mit Mitteln aus dem Quartiersverfahren „Zukunftsinitiative Stadtteil – Teilprogramm Soziale Stadt“ gefördert wird und nur auf die Mittelstufe der Carlo-Schmid-Oberschule beschränkt ist.
Der Jugendamtsleiter Dr. Schreiner konnte auf die Erfahrungen seiner vorherigen Wirkungsstätte im Bezirk Neukölln verweisen, wo eine enge und an den konkreten Fällen orientierte Zusammenarbeit von Schule, Jugendamt, Polizei und Jugendgerichtshilfe etc. sowohl präventiv als auch bezüglich konkreter Integrationsmaßnahmen Erfolge erzielen konnte. Das unter der Prämisse, dass es hier in erster Linie um die Durchsetzung von Kinderrechten und Kinderschutz (Recht auf Schule/Bildung) und erst dann auch um Ordungsrecht (Schulpflicht) geht.
Insgesamt schienen sich alle Teilnehmer der Stadtkonferenz darin einig zu sein, dass es keine Alternative zu einer engeren Vernetzung, zu klaren Strukturen der Zusammenarbeit gibt, bei der lokale Jour Fixe der Einrichtungen und konkrete Absprachen in Verfahrensfragen, mit festgelegten Ansprechpartnern eine fundamentale Bedeutung haben. Dass in diesem Prozeß der Kooperation auch gemeinsame Fortbildung in den unterschiedlichen Bereichen eine wichtiger Ansatz wäre, zeigte der Diskussionsbeitrag aus dem Jugendgesundheitsdienst, wo manche Schulschwänzer zur Kontrolle von ärztlichen Attesten vorsprechen müssen, die medizinischen Mitarbeiter dort ohne die Hintergrundinformationen aus den Schulen aber überfordert sind.
Letztlich bleibt, dass die AG der Stadtteilkonferenz zur Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schule gerade auch angesichts der kommenden Schulstrukturreform immer wichtiger und dringender ist.

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