Geschichte des Stadtteils

Ende der 60iger, Anfang der 70ger Jahre entstand Heerstraße Nord auf den Baulandreserven von Brachflächen, Ackerland und Kleingartengelände der ehemaligen Magistratsländereien beiderseits von Heerstraße und Magistratsweg. Auch die Ende des 19 Jahrhunderts für die Arbeiter der Rüstungsbetriebe und der Güter errichteten Lazarus-Siedlung musste den Hochhäusern und mehrgeschossigen Wohnhäusern weichen.

Vorwiegend erstellt um dem Wohnungsmangel im eingemauerten West-Berlin entgegenzuwirken, wurde die Großsiedlung am westlichen Stadtrand von Anfang an ein Sammelbecken für Menschen unterschiedlicher Herkunft: erste Bleibe für junge aus dem Norden und Süden Westdeutschlands angeworbene Arbeitskräfte, Ersatzwohnraum für Familien aus den Sanierungsgebieten der Innenstadt sowie Zuweisungen für den Familiennachzug der ersten Gastarbeitergenerationen nach Zuzugssperre in den bevorzugten Bezirken Kreuzberg, Wedding oder Tiergarten.

Der südliche Teil der Siedlung, Ende der 60er Jahre

Der südliche Teil der Siedlung, Ende der 60er Jahre

Anders als in manchen derartigen Satellitenstädten war die Großsiedlung nie eine reine Schlafstadt in Wohnsilos mit schlechter Verkehrsanbindung, bevölkerungsreich aber arm an Infrastruktur und sozialen Einrichtungen. Sowohl das Einkaufszentrum Staaken Center, die Stadtteilbibliothek, mehrere Kitas, die drei Schulen und das Jugendzentrum Steigkonnten schon  bis Mitte der 70ger Jahre errichtet werden. Richtungsweisend war auch, dass hier mit die ersten behindertengerechten Wohnungen in großer Zahl realisiert wurden.

Und doch fanden sich bald engagierte Bürger, Pfarrer, Ärzte und Sozialarbeiter zusammen, die sich für eine bessere Lebensqualität im Stadtteil und für die Schaffung eines Zentrums der Begegnung und der Unterstützung für die Bewohner einsetzten. Auf dem noch unbebauten Grundstück der evangelischen Kirche entstand so im Jahr 1978 das Gemeinwesenzentrum, in dem die Evangelische Gemeinde zu Staaken, die Praxisgemeinschaft Ärztehaus, der Fördererverein Heerstraße Nord, Spielhaus e.V. und der Gemeinwesenverein Heerstraße Nord in enger inhaltlicher und organisatorischer Abstimmung zusammenarbeiten.