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    • Tanztee 1 x mtl. samstags
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    Die Gruppen und Kurse vom Projekt Community 50+ im Kulturzentrum Staaken werden von der Berliner Gesellschaft für Bildung und Erziehung BGEFF e.V. angeboten.Powered by Hackadelic Sliding Notes 1.6.5

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    im Gemeindehaus am Pillnitzer Weg 8 + + + »

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Wer war eigentlich Rudolf Wissell?

Veröffentlicht am 23. 02. 2009

Willy Brandt und Rudolf Wissell

Willy Brandt und Rudolph Wissell

Den Anwohnern nicht nur in unserem Stadtteil ist der Name Rudolf Wissell durchaus vertraut. Schließlich ist die Siedlung westlich des Magistratsweges links und rechts des Loschwitzer Wegs nach ihm benannt und auch die längste Brücke Berlins, der Stadtautobahn im Norden Charlottenburgs trägt seinen Namen.
So ist es nicht verwunderlich, dass manche meinen Rudolf Wissell wäre ein Berliner Stadtplaner, Architekt oder Brückenbauer gewesen.

Brückenbauer war der 1869 in Göttingen geborene Dreher und Maschinenbauer Rudolf Wissel nur insofern, dass er als Sozialpolitiker und Gewerkschafter einer der Mitbegründer und eifrigen Verfechter der bis heute praktizierten Tarifvertragsordnung, Tarifgemeinschaften und des Schlichtungsprinzips in Arbeitskonflikten als Brücke zwischen den Interessen von Wirtschaft und Gewerkschaften war.

Rudolf Wissel war einer der Gründer des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Gewerkschaftsfunktionär und von 1919 an zuerst als Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und dann ununterbrochen bis 1933 war er für den Potsdamer Wahlkreis Reichstagsabgeordneter der SPD. Er gehörte als Wirtschaftsminister dem ersten Kabinett der jungen Republik an und war dann 1928-30 Arbeitsminister im II. Kabinett Müller.

Rudolf Wissell sitzend rechts und das II. Kabinett Müller (1928-30)

Rudolf Wissell sitzend rechts und das II. Kabinett Müller (1928-30)

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Wissel im Zuge der Zerschlagung der Gewerkschaften für zwei Monate verhaftet und bleibt bis 1935 unter Polizeiaufsicht. Als Pensionär lebte er zurückgezogen in Berlin, wo er nach 1945 wieder für seine Partei aktiv wurde, sich vor allem vehement gegen die Vereinigung mit der KPD einsetzte und von 1946 bis 1954 Mitglied im Ausschuss für Bau- und Wohnungswesen war. Rudolf Wissel erhielt 1949, an seinem 80. Geburtstag, aus der Hand von Ernst Reuter den Ehrenbürgertitel für Berlin.
Wissell war einer der Väter der 1920 im Betriebsrätegesetz und dann 1952 im Betriebsverfassungsgesetz wieder aufgegriffenen Ansätze einer Mitbestimmung für Arbeitnehmer. Von daher hatte die Namensgebung neben dem runden Geburtstag auch einen politischen Hintergrund, denn im September 69 gewann die sozial-liberale Koalition mit Willy Brandt als Kanzler die Bundestagswahl und um eine Ausweitung der Mitbestimmungsrechte – 1972 vom Bundestag beschlossen – wurde seinerzeit heftig gerungen.
Die Pläne sowohl für die Stadtautobahn als auch für die Errichtung einer Großsiedlung am westlichen Stadtrand in Staaken, gehen zum Teil noch zurück auf Wissells Arbeit im Bauausschuss woraus sich dann auch erklärt warum gerade die Brücke und die Großsiedlung nach dem Sozialpolitiker benannt wurde.

Rudolf Wissel starb ein Jahr nach dem Mauerbau im Alter von 94 Jahren in Berlin.

Willy Brandt gratuliert Rudolf Wissel zum Geburtstag

Willy und Ruth Brandt gratulieren Rudolph Wissel zum Geburtstag

5 Kommentare zu “Wer war eigentlich Rudolf Wissell?”

  1. Uwe Meran sagt:

    Ha die alten Schwarz weiß Fotos sind schon der Hammer!

  2. junger beer sagt:

    Hab mal in der Nähe der Strasse gewohnt – netter Artikel.

    lg aus Wien

  3. yaren sagt:

    wiso ist der man nicht da ist er etwa gestorben

  4. Buske sagt:

    Hallo ich würde gern noch mehr infos haben, gibt es noch Leute, die Wissell gekannt habe????
    Ich bin seine Ur-Urenkelin aus Berlin und möchte gern ein Buch über meine Familie schreiben.
    Gruss

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